Lkw-Sperren in Düsseldorf: Anwohner kritisieren Betonklötze in der Altstadt

Lkw-Sperren in Düsseldorf: Anwohner kritisieren Betonklötze in der Altstadt

Die Stadt will in der Innenstadt, vor allem in der Altstadt, dauerhaft Lkw-Sperren positionieren. Anlieger und Vereine fordern optisch ansprechendere Varianten wie Skulpturen oder schwere Pflanzbeete.

Die Optik ist nicht entscheidend - eigentlich. Seit Ende vergangenen Jahres diskutiert eine Arbeitsgruppe der Sicherheits- und Verkehrsbehörden vor allem darüber, wo und wie die Altstadt besser gesichert werden muss. Wie das am Ende gestaltet werden kann - das steht noch nicht auf dem offiziellen Aufgabenzettel. Das wird sich nun vermutlich ändern. Ordnungsdezernent Christian Zaum: "Wir haben erst einmal genommen, was auf dem Hof stand, sind aber offen für alle Vorschläge."

Nach dem Weihnachtsmarkt waren die Betonklötze, die aussehen wie überdimensionales Plastikspielzeug aus Dänemark, teils nicht mehr weggeräumt worden. Burgplatz, Stiftsplatz und das Rathausufer sind Standorte, an denen die Terrorsperren dauerhaft bleiben sollen. Weitere Standorte sind im Gespräch, etwa Schadow-/Blumenstraße, Johannes-Rau- und Bahnhofsvorplatz sowie an den Zufahrten vom Carlsplatz in die Altstadt. "Zwölf Standorte werden geprüft", sagt Stadtsprecher Volker Paulat.

Dabei geht es nach Informationen unserer Redaktion in erster Linie um die Funktionalität. Was auch bedeutet, Rettungswege freizuhalten, Lieferverkehr möglich zu machen - und trotzdem Terroristen aufzuhalten. Bei Karneval und Schützenfest gehören solche Prüfungen zum Sicherheitskonzept, das die Veranstalter umsetzen müssen. Doch auch an einem schönen Sommerabend ist die Altstadt oft brechend voll - und weil es dafür keinen Veranstalter gibt, existiert auch kein Sicherheitskonzept. Auf Anregung des Hotel- und Gaststättenverbands hat die Stadt deshalb die Arbeitsgruppe mit Polizei, Ordnungsamt und Verkehrsmanagement ins Leben gerufen.

Fest steht offenbar schon: Versenkbare Poller wie in den 1970ern wird es nicht geben. Die Technik sei zu anfällig, heißt es bei der Polizei. Bleiben dauerhafte Klötze. "Wie die aussehen, ist zweitrangig", sagt die Sprecherin der Altstadtwirte, Isa Fiedler. "Sie müssen ihren Zweck erfüllen." Das sehen einige Anlieger anders. "Wenn die grauen Klötze nur für eine Veranstaltung aufgestellt werden, sind sie akzeptabel. Sie sind jedoch sehr hässlich, dauerhaft sollten gestaltete Sperren positioniert werden", sagt Bäcker Josef Hinkel. Heiner Röckrath, Geschäftsführer des Carlsplatzes, sieht es ähnlich. "Wir geben uns sehr Mühe, den Markt optisch aufzuwerten. Da wäre es schön, wenn das auch im Umfeld geschehen könnte."

Jonges-Baas Wolfgang Rolshoven schlägt Skulpturen vor, "wir haben so viele Künstler in Düsseldorf". Der Heimatverein selbst möchte ein Köbes-Denkmal am Bolker Stern aufstellen, das als Sperre dient, und wartet nur noch auf die Beschlussfassung des Stadtrates. Der Verein Pro Düsseldorf, der die Stadt vielfach verschönert hat, will sich ebenfalls engagieren. Vorsitzender Ingo Lentz: "Wir können uns an diesen Stellen Hochbeete vorstellen."

(RP)