Dormagen: Initiative: Feldhamster soll Konverter stoppen

Dormagen: Initiative: Feldhamster soll Konverter stoppen

Bürger starten "Offensive für den Schutz von Landschaft und Natur".

Kommenden Mittwoch, 3. Dezember, will die Firma Amprion bekannt geben, auf welche potenziellen Standorte für den umstrittenen Doppelkonverter sie sich künftig konzentrieren will. Die Zahl der zuletzt sieben genannten Standorte wird dann weiter reduziert. Zuerst will das Unternehmen die Bürgermeister der betroffenen Kommunen informieren, um 17 Uhr sind im Neusser Commundo-Hotel die Bürgerinitiativen an der Reihe. Da Gohr als einer der heißesten Favoriten von Amprion gilt, hat die "Bürgerinitiative Contra Konverter Gohr und Broich" jetzt eine "Offensive für den Schutz von Landschaft und Natur" gestartet, wie die Vorstandsmitglieder Willi Feiser und Frank Giesen sagen.

Dabei ist auch der streng geschützte Feldhamster für die Konverter-Gegner ein Thema. Für sie ist es sehr wahrscheinlich, dass im Bereich Gohr/Broich Hamster gefunden werden könnten. Auch Amprion schließt das nicht aus. In einer Umweltstudie heißt es, "dass im Planungszeitraum Beeinträchtigungen für Vögel, Feldhamster und Fledermäuse ausgehen. Im Rahmen der natur- und umweltschutzfachlichen Untersuchungen sind diese Beeinträchtigungen zu betrachten." Vor gut einem halben Jahr sind laut Landwirt Christoph Hilden auf seinen Feldern im Auftrag von Amprion Untersuchungen zum Feldhamster gelaufen. Von einem Ergebnis ist ihm noch nichts bekannt. Bei der Landschaftsschutz-Offensive soll die Aufmerksamkeit auf Aspekte gelenkt werden, die für die BI-Arbeitsgruppe Landwirtschaft und Umwelt bisher nicht genügend gewürdigt wurden. Feiser und Giesen haben Politiker wie Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, Bundesumweltministerin Barbara Hendricks, NRW-Umweltminister Johannes Remmel sowie Behörden und Institutionen angeschrieben. "Die ersten Antworten liegen vor", berichtet Feiser.

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"Wir haben hier die besten Ackerböden der Welt", sagt Landwirt Christoph Hilden. Walter Giesen, der für die Rommerskirchener Konverter-Gegner zuletzt eine großangelegte Unterschriftenaktion organisierte, verweist auf eine Stellungnahme des Geologischen Diensts NRW. Der stuft den Boden in der Region in die Klasse höchster Schutzwürdigkeit ein. "Solche fruchtbaren und nahezu unbelasteten Böden sollten für künftige Generationen als Produktionsgrundlage für die Landwirtschaft erhalten bleiben", hatte der Geologische Dienst unlängst angesichts eines Bauprojekts im wenige Kilometer entfernten Butzheim geschrieben. "Es sind reine Lößböden, wo alle Kulturen wachsen", betont Hilden. Der Flächenverbrauch liege bundesweit bereits bei täglich 80 Hektar, in der Region seien die Landwirte schon von der starken Industrialisierung betroffen. Auch seien Brutvögel und viele Säugetiere gefährdet, wenn Gohr zum Konverter-Standort würde. Die Einrichtung einer täglich 24 Stunden in Betrieb befindlichen Baustelle würde Flora und Fauna großen Schaden zufügen.

(S.M.)
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