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Dormagen: Abzocke bei der Bahn

Dormagen : Abzocke bei der Bahn

Nievenheim Einmal kurz nach Neuss fahren, bummeln, Bekannte und treffen - ein Vergnügen, das sich Gisela Anaeto aus Nievenheim von Zeit zu Zeit gönnt. So auch am 20. März, Tag vor Frühlingsanfang. Um kurz vor acht am Abend entschließt sie sich in die Stadt zu fahren.

Nievenheim Einmal kurz nach Neuss fahren, bummeln, Bekannte und treffen - ein Vergnügen, das sich Gisela Anaeto aus Nievenheim von Zeit zu Zeit gönnt. So auch am 20. März, Tag vor Frühlingsanfang. Um kurz vor acht am Abend entschließt sie sich in die Stadt zu fahren.

Sie geht zum Bahnhof, will eine Fahrkarten für 3,50 Euro ziehen. Doch das ist nicht möglich: Der Fahrkarten-Automat ist abgebaut. Seit zwei Wochen, wie sie später erfährt - Wartungsarbeiten. Eine andere Möglichkeit, eine Fahrkarte zu kaufen, gibt es nicht. Also wartet sie die S-Bahn ab, steigt ein - und wird kontrolliert.

Doch der Kontrolleur zeigt Verständnis, sieht sich jedoch nicht in der Lage, eine reguläre Fahrkarte auszustellen. Er kennt das Problem des fehlenden Automaten aus vielen Gesprächen an diesem und den vorangegangenen Tagen. Die Aufsicht notiert auf dem Protokoll "Automat nicht vorhanden". Er teilt Gisela Anaeto mit, sie bekäme in den nächsten Tagen eine Zahlungsaufforderung über den Fahrpreis.

Die kommt in der Tat einige Wochen später bei Gisela Anaeto an. Allerdings lautet sie auf 40 Euro - und damit auf den Satz der "Fahrpreisnacherhebung", dem üblichen Strafgeld, das Schwarzfahrern abverlangt wird. Als Begründung wird lediglich ausgeführt, dass sie ohne gültigen Fahrausweis angetroffen wurde. Wie ihr geht es etlichen anderen Bahnnutzern.

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Gisela Naeto ist sauer, fühlt sich "abgezockt". Sie schildert gegenüber der Deutsche Bahn Vertriebs GmbH in Baden-Baden die Vorgänge am 20. März, verweist auf den schriftlichen Hinweis des Kontrolleurs auf dem Protokoll "Automat nicht vorhanden", gibt zu bedenken, dass für sie keine Möglichkeit gab, eine Fahrkarte zu erstehen. Doch die Bahn bleibt hart. In einem barschen Brief vom 2. August, beharrt sie auf der Bezahlung der 40 Euro.

In demSchreiben heißt es: "Ihren Schilderungen können wir leider keine neuen Erkenntnisse beziehungsweise plausiblen Argumente entnehmen, die eine andere Entscheidung begründet. Insofern ist, wie bereits in unserem letzten Schreiben angekündigt, die Forderung auch im Hinblick auf die Gleichbehandlung aller Kunden berechtigt."

Und die Bahn fügt die Drohung an, weiterer Schriftverkehr in dieser Sache sei zwecklos: "Vorsorglich teilen wir Ihnen noch mit, dass wir weitere Korrespondenz von Ihnen zu oben genannter Fahrpreisnacherhebung als gegenstandslos betrachten und von weiteren Antwortschreiben Abstand nehmen." Kommentar der Kundin Gisela Anaeto: "Unverschämtheit."

Sie denkt nicht daran, über den normalen Fahrpreis hinaus der Bahn auch nur einen Cent zu schenken. "Dann muss die Bahn auf andere Weise dafür sorgen, dass die Kunden normale Fahrkarten kaufen kann. Notfalls muss sie einen ihrer Bediensteten abstellen, der dort per Hand die Fahrkarten verkauft."

Eine Stellungnahme der DB Vertriebs GmbH beziehungsweise des ServiceCenters Fahrpreisnacherhebung in Baden-Baden war trotz intensiver Bemühungen der NGZ-Redaktion nicht zu erreichen. Es blieb bei mehrfachen Ankündigungen,in der Redaktion der NGZ zurückrufen zu wollen.

(NGZ)