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Dormagen: Diskussion um Baulandpreise

Dormagen : Diskussion um Baulandpreise

Dormagen Der erste Bagger ist noch nicht angerückt, da gibt es bereits die ersten Diskussionen über das Neubaugebiet des nördlichen Malerviertels.

Dormagen Der erste Bagger ist noch nicht angerückt, da gibt es bereits die ersten Diskussionen über das Neubaugebiet des nördlichen Malerviertels.

Die Dormagener CDU ist mit den Preisvorstellungen der Stadt nicht einverstanden: Liegenschaftsdezernent Achim Still hatte nach den ersten Vorkalkulationen mit einem Quadratmeterpreis von rund 300 Euro gerechnet. Die Gründe: Die Lage sei äußerst attraktiv, außerdem seien die Erschließungskosten hoch, weil in einer Wasserschutzzone gebaut wird.

Diese Argumente ziehen für die Union nicht. Nach ihren Vorstellungen dürfen die Baulandpreise im Malerviertel nicht über denen für das Baugebiet Zons-West liegen. Dort kostet inzwischen ein Quadratmeter Bauland 275 Euro.

Die CDU wolle auf keinen Fall, dass sich die "unschönen Erfahrungen" aus dem Zonser Märchenviertel wiederholen, sagt CDU-Fraktionschef Wiljo Wimmer. Bei den aktuellen Preisvorstellungen der Stadt sei der nächste Nachbarschaftsstreit bereits absehbar. Im Märchenviertel waren die Baugrundstücke zunächst für 315 Euro pro Quadratmeter verkauft worden, später wurden die Preise gesenkt, weil die Nachfrage zurück gegangen war. Die Eigentümer des ersten Bauabschnitts protestierten bislang erfolglos. Im Malerviertel dürfe nicht erneut böses Blut fließen, meint die CDU.

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"Für uns ist die Kalkulation nicht nachvollziehbar", sagt Fraktionsvize Norbert Dahmen. "Für dieses Baugebiet sind uns keine anderen Planungen bekannt, als sie in Zons notwendig waren. Auch dieses Baugebiet liegt in einer Wasserschutzzone." Der Grundstücksmarkt habe sich seit dem Verkauf der letzten Flächen in Zons nicht geändert. Außerdem handele es sich auch in Zons-West um ein "attraktives Wohngebiet in reizvoller Umgebung". Die Preise, die die Stadt in den einzelnen Baugebieten erhebe, müssten miteinander vergleichbar sein. Außerdem müssten Grundstücke für Familien bezahlbar bleiben.

"Strategisch ist die Überlegung der CDU nicht falsch," sagt Still. Das Malerviertel sei jedoch nicht direkt mit Zons vergleichbar: Es liege näher an der Innenstadt, habe eine bessere Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel, Schulen und Sporteinrichtungen. Die Entscheidung über die endgültigen Preise werde der Stadtrat treffen. Nach den aktuellen Kalkulationen könne die Stadt die Grundstücke wahrscheinlich preiswerter anbieten als ursprünglich angenommen. Die Angebote ließen hoffen, dass die Erschließung nicht zu teuer werde. "Dass wir den Wert von Zons erreichen, sehe ich allerdings noch nicht", so Still.

Die Bodenpreise sind in Dormagen seit 2000 ständig gestiegen. Seit 2004 fallen sie wieder leicht. Dabei richte sich der Preis nicht nur nach der Lage, sondern auch nach der Nachfrage, erklärt Michael Fielenbach, Leiter des Fachbereichs für Stadtentwicklung und Grundstücksbewertung.

So sei etwa Delhoven relativ teuer, weil dort nur noch wenige Baulücken zum Verkauf stehen. In Nievenheim sei hingegen ein hoher Sättigungsgrad erreicht, deshalb seien die Preise seit einigen Jahren nicht mehr gestiegen. "Wir haben viele Grundstücke auf den Markt gebracht - und damit die Preise stabilisiert", erklärt Still. Und das sei auch in Zukunft das Ziel, um neue Bürger zu gewinnen. Denn der Zuzug der vergangenen Jahre aus Köln und Düsseldorf ebbt ab. "Früher zog es Familien in den Speckgürtel dieser Städte, seit einiger Zeit spüren wir, dass der Trend zurück in die Großstadt geht", erklärt Fielenbach. Ein möglicher Grund: die hohen Benzinkosten.

(NGZ)