Dinslaken: Stadtwerke weiter auf Wachstumskurs

Dinslaken: Stadtwerke weiter auf Wachstumskurs

In seiner ersten Bilanzpressekonferenz als alleiniger Geschäftsführer hatte Stadtwerkechef Josef Kremer erfreuliche Zahlen zu verkünden. Das städtische Tochterunternehmen hat das gute Ergebnis von 2016 noch einmal übertroffen.

Der endgültige Jahresabschluss ist zwar noch nicht fertig, dennoch geht Kremer davon aus, dass der Konzernumsatz für 2017 bei über 200 Millionen Euro und das Vorsteuerergebnis des Konzerns bei über 20 Millionen Euro liegen wird. Das ist nicht nur eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Zu den ohnehin schon guten Zahlen gab's noch ein Sahnehäubchen obendrauf. Weil die Stadtwerke, wie berichtet, im Oktober 21 Prozent der bis dahin von der Steag gehaltenen Anteile an der Fernwärmeversorgung Niederrhein zurückgekauft haben, können sie laut Kremer von dem Erwirtschafteten dauerhaft zusätzlich zwei Millionen Euro mehr als Ertrag verbuchen. Für die Kunden hat das alles den erfreulichen Effekt, dass sie keine Preissteigerung bei Strom und Gas zu erwarten haben.

"Wir haben alle Ziele, die wir uns für das Jahr gesetzt haben, erreicht", stellte Kremer fest. "Die Stadtwerke sind sehr gut aufgestellt." Und damit das so bleibt, will der Konzern in den kommenden fünf Jahren auch eine Rekordsumme von 250 Millionen Euro investieren. Der dickste Brocken dabei: 100 Millionen Euro fließen in den Bau des Dinslakener Holz-Energiezentrums an der Thyssenstraße. Damit machen die Stadtwerke einen großen Schritt in Richtung des fürs Jahr 2022 anvisierten Ziels: der komplett CO2-freien Fernwärmeerzeugung. In Duisburg - mögliche Standorte werden zurzeit abgestimmt - planen die Stadtwerke eine weiteres Holzenergiezentrum, das die Hälfte der Leistung der in Dinslaken geplanten Anlage liefern soll, wie Hauptabteilungsleiter Thomas Döking erläuterte. Investitionssumme: 50 Millionen Euro.

Das Biomethan-Blockheizkraftwerk am Weiher im Lohberger Bergpark soll um eine flexible Anlage ergänzt erden. Foto: SD

20 Millionen Euro werden die Stadtwerke in den Ausbau des DIN-amare und die Sanierung des Hiesfelder Freibades investieren. Die Vorbereitungen liegen im Zeitplan, wie die DINbad-Geschäftsführer Michael Hörsken und Andreas Heinrich berichteten.

Der Rest der geplanten Investitionssumme fließt in den konsequenten Ausbau der Wärmeversorgung durch die Fernwärmeversorgung Niederrhein, in den Ausbau und die Ertüchtigung der Netze. Unter anderen soll das Biomethan-Blockheizkraftwerk (BHKW) in Lohberg, wie der zuständige Hauptabteilungsleiter Arno Gedigk berichtete, um eine zweite Anlage erweitert werden, die aber im Unterschied zum bestehenden BHKW nicht ständig am Netz sein soll, sondern so konzipiert ist, dass sie flexibel auf die im Tagesverlauf stark schwankenden Strompreise reagieren kann und zugeschaltet wird, wenn der Bedarf besteht und der Preis dementsprechend hoch ist. Neue Wege gehen die Stadtwerke zudem beim Energiekonzept für die städtische Kita an der Dickerstraße. Hier geht es darum, möglicht viel Strom vor Ort zu erzeugen und dort auch zu verbrauchen.

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Erfolgreich läuft der Ausbau des Fernwärmenetzes in Friedrichsfeld. Hier sind die Erwartungen der Stadtwerke übertroffen worden. Ursprünglich geplant war, dort in 2017 einen Anschlusswert von 3,5 Megawatt zu erreichen. Tatsächlich sind es sieben Megawatt geworden. Und damit ist laut Döking das Potenzial noch nicht ausgeschöpft, wie vorliegende Anfragen zeigten. Die Stadtwerke sind weiterhin intensiv über die Grenzen der Region hinaus aktiv. Jüngstes Projekt ist die Fernwärmeversorgung des naturwissenschaftlichen Campus der Universität Marburg. Hier wird die Fernwärmeversorgung Niederrhein ein Holzhackschnitzel-Heizwerk errichten und betreiben, das die Uni-Gebäude mit Wärme und Heißwasser versorgt.

Dass die Stadtwerke, unterstützt von ihrer Tochtergesellschaft, der Wärme-, Energie und Prozesstechnik GmbH (WEP) Hückelhoven, in der Lage sind, ihre Produkte erfolgreich auf dem Markt zu platzieren, zeigten die Vertriebszahlen, die Hauptabteilungsleiter Tobias Schwermer nannte. Unter dem Strich konnte der Konzern im vergangenen Jahr 4000 Strom- und 700 Gasabnehmer mehr verzeichnen.

Ausbildung wird bei den Stadtwerken weiterhin groß geschrieben. 2017 haben sie im Vergleich zu den Vorjahren die Zahl der neu eingestellten Auszubildenden verdoppelt. Mit diesen sieben erhöht sich die Zahl der Auszubildenden auf gegenwärtig 13. Wie Andreas Heinrich erklärte, sind aktuell noch Bewerbungen möglich.

(RP)