Dinslaken: Schollin baut die gläserne Bäckerei

Dinslaken: Schollin baut die gläserne Bäckerei

Die neue Zentrale des Dinslakener Traditionsunternehmens mit Produktionsstätte entsteht auf einem rund 20.000 Quadratmeter großen Grundstück im Bereich B 8, Hans-Böckler-Straße und Autobahnanschlussstelle A 59.

Der letzte Umbau am Produktionsstandort Gerhard-Malina-Straße der Bäckerei Schollin liegt erst knapp zehn Jahre zurück. Inzwischen sind am zentralen Unternehmenssitz die Möglichkeiten erschöpft. "Wir sind hier an unsere Grenzen gestoßen", stellte Firmenchef Thomas Schollin gestern fest. Also schaute das Dinslakener Traditionsunternehmen, dessen Geschichte bis ins Jahr 1853 zurückreicht, sich nach anderen Standorten um. Auch Grundstücke in anderen Kommunen wurden in den Blick genommen. Fündig wurde Schollin schließlich an der Stadtgrenze zu Duisburg. Die neue Firmenzentrale soll auf einer rund 20.000 Quadratmeter großen Fläche zwischen B 8, Hans-Böckler-Straße und der Autobahnanschlussstelle der A 59 entstehen. Das Investitionsvolum wird bei einem zweistelligen Millionenbetrag liegen, wie Thomas Schollin erklärte.

Auf dem künftigen Firmengelände, das sich zu einem Teil bereits in Besitz von Schollin befindet, ein weiteres Areal wird im März von der Stadt Dinslaken gekauft, werden bis zu 9000 Quadratmeter bebaut. Dort entstehen Produktion, Verwaltung, Personal- und Sozialräume, eine Kinderbackstube, ein Café und eine gläserne Bäckerei, in die die Kunden von außen hineinschauen können. "Wir wollen Transparenz schaffen, die Menschen sollen sehen können, wie dort gearbeitet wird", sagte Thomas Schollin. Der neue Standort bietet dem Unternehmen auch in der Zukunft weitere Entwicklungsmöglichkeiten, auf Reserveflächen bestehen Expansionsmöglichkeiten. Zudem ist daran gedacht, auf einer angrenzenden Grünfläche im Bereich der dortigen Straßenbahntrasse Getreide anzubauen, damit Kinder sehen, woraus Brot und Brötchen gemacht werden.

Der bisherige Zeitplan sieht vor, dass bis zum Frühjahr der notwendige Bebauungsplan stehen soll, Baubeginn ist für Anfang 2019 geplant, der Umzug zum neuen Standort findet 2020 statt, sagte Schollin-Geschäftsführer Klaus Becker. Der bisherige Standort Gerhard-Malina-Straße, an den die Bäckerei 1996 vom Altmarkt gezogen ist, steht dann für die Nachverwertung bereit.

Der Lageplan zeigt, wo der neue Schollin-Firmensitz entstehen soll: auf dem Areal links und oberhalb des gelben Bereiches, zwischen B 8 und Hans-Böckler-Straße. Foto: Stadt Dinslaken
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Rundum zufrieden zeigten sich gestern Bürgermeister Michael Heidinger, Baudezernent Thomas Palotz, Wirtschaftsförderin Svenja Krämer und Gerd Lantermann, Leiter des städtischen Geschäftsbereiches Liegenschaften und Bauaufsicht. "Wir wünschen uns diese Entwicklung grundsätzlich am Standort B 8, Hans-Böckler-Straße", erklärte Palotz. Dass der Bäckerei Schollin ein alternativer Standort in Dinslaken angeboten werden konnte, bewertete Bürgermeister Heidinger als "gutes Beispiel städtischer Wirtschaftsförderung". Würde Schollin abwandern, wäre dies ein "großer Verlust für Dinslaken", sagte Svenja Krämer.

Als die Bäckerei Schollin 1994 ihre Zentrale an die Gerhard-Malina-Straße verlegte, zählte sie neun Filialen. Seither ist das Unternehmen stetig gewachsen. Inzwischen verfügt es über 50 Filialen sowie 63 Schulstandorte am Niederrhein und im westlichen Ruhrgebiet. Schollin beschäftigt rund 750 Mitarbeiter und ist damit einer der großen Arbeitgeber in der Stadt. Thomas Schollin geht davon aus, dass am neuen Standort direkt 25 neue Mitarbeiter eine Beschäftigung finden werden. "Wir sind zwar eine große Bäckerei, aber immer noch eine Handwerksbäckerei, es gibt bei uns keine industrielle Fertigung", erklärte Geschäftsführer Becker.

(hsd)