Voerde-Friedrichsfeld: Gleisbau-Firma kommt nach Voerde

Voerde-Friedrichsfeld : Gleisbau-Firma kommt nach Voerde

Die Oberhausener Becker Bahn- und Tiefbau GmbH verlagert mit 80 Mitarbeitern ihren Unternehmenssitz.

Das Motto von Peter und Kay Raupach in den vergangenen Monaten könnte mit einem "Was lange währt, wird endlich gut" zusammengefasst werden. Vater und Sohn waren seit Jahresbeginn mit der Suche nach einem neuen Firmensitz für ihre Becker Bahn- und Tiefbau GmbH beschäftigt, bis es dann in denvergangenen Tagen alles ganz schnell gehen sollte. Sie fanden an der Böskenstraße in Voerde ein ideales Areal und unterschrieben vor einer Woche die Verträge. Nach dem symbolischen Spatenstich am Montag rollten gestern bereits die ersten Bagger an.

Bislang hatte das mittelständische Unternehmen, das alle im Gleisbau vorkommenden Arbeiten unabhängig ausführt, seinen Sitz in Oberhausen. Peter Raupach macht auch kein Geheimnis daraus, dass er gerne an einem Standort in Oberhausen neu gebaut hätte, doch weil die Stadt kein geeignetes Areal für ihn fand, musste nach Alternativen geschaut werden. Dass die Wahl auf das Voerder Gebiet fiel, freute jetzt nicht nur den Familienbetrieb, sondern auch Voerdes Bürgermeister Dirk Haarmann. Denn er ist mit der wirtschaftlichen Entwicklung seiner Stadt sehr glücklich: "Ich denke, dass das eine prädestinierte Fläche ist, die den Ausschlag gegeben hat."

Das rund 23 000 Quadratmeter große Areal gehörte zuvor nicht nur der Stadt Voerde, sondern ein Teilstück war auch in der Hand des Kreis Wesel. Im ersten Schritt wird nun der Ackerboden abgetragen und gleich für einen Wall an der Straße als Lärmschutz verwendet. Das Gebäude soll eine Größe von 20 Mal 50 Meter erhalten, in dem eine Werkstatthalle und die Büros ihren Platz finden. Die Stammbelegschaft von rund 80 Mitarbeitern zieht von Oberhausen mit nach Voerde. "Wir haben lange gesucht und sind jetzt alle glücklich, dass wir uns geeinigt haben. Was für den Standort sprach, ist der direkte Gleisanschluss hinter dem Gelände. Er war für uns zwingend erforderlich", erklärt Peter Raupach, dessen Unternehmen seit über 100 Jahren im Gleisbau tätig ist: "Wir arbeiten deutschlandweit, aber unser Kerngebiet ist Nordrhein-Westfalen und vor allem das Ruhrgebiet. Was hier an Schienen liegt, kann man sich kaum vorstellen."

Wie Voerdes Beigeordneter Wilfried Limke berichtete, steht das Planungsrecht und der Bauantrag befindet sich kurz vor der Genehmigung. Wenn alles in trockenen Tüchern ist, soll alles möglichst schnell voranschreiten. "Wir wollen Mitte 2015 das Gebäude beziehen", schaut der Seniorchef voraus, der dank der Betuwe-Linie mit seinem Unternehmen noch wachsen möchte und dann auch auf lokale Kräfte aus Voerde setzen würde: "Wegen der Betuwe-Linie ist der Standort natürlich auch attraktiv für uns gewesen. Hier werden in den nächsten Jahren noch einige Milliarden verbaut, und wenn wir nur ein kleines Stückchen vom Kuchen abbekommen, wäre das auch schon was." Das würde nicht die Becker Bahn- und Tiefbau GmbH freuen, sondern auch die Stadt. Winfried Limke war schon für einen Spaß zu haben: "Es müssen ja auch nur zehn Prozent vom Kuchen sein."

(gaa)
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