Hünxe: Fliegende Kamera über Schloss Gartrop

Hünxe : Fliegende Kamera über Schloss Gartrop

Detlef Meyer verwirklichte mit einem Kopter einen Kurzfilm über das historische Gebäude. Mit Flugvideos und Luftaufnahmen möchte der Drevenacker sein Hobby zum Beruf machen. Der Film ist auf seiner Homepage zu sehen.

Neulich erhielt Detlef Meyer die Anfrage, ob er nicht das Gelände einer Privatperson ausspionieren könne. Mit seinem 3500 Euro teuren Kopter, der über eine GPS-Anlage und eine Kamera verfügt, wären gestochen scharfe Videoaufnahmen oder Fotos aus der Luft kein Problem gewesen, doch es gibt den Kodex, Persönlichkeitsrechte nicht zu verletzen und die Privatsphäre anderer zu beachten.

Schloss Gartrop von oben. Der mit GPS ausgerüstete Kopter liefert gestochen scharfe Bilder von dem Anwesen. Foto: Axel Berger

Der 46-Jährige lehnte den Auftrag ab und widmete sich mit seiner Multikoptertechnik lieber einem anderen Projekt: Er sammelte 90-minütiges Videomaterial über das Schloss Gartrop und schnitt dies zu einem 6:30 Minuten langen Kurzfilm zusammen. Die Aufnahmen aus der Luft sind beeindruckend und zeigen, wozu die modernen Flugobjekte mit ihrer Kamera, die in HD- oder sogar 4K-Qualität aufzeichnen, in der Lage sind.

Nur wenige Zentimeter fliegt der Kopter an der Fahne auf dem Schlossturm vorbei. Foto: Büttner, Martin (m-b)

Nur wenige Zentimeter fliegt der Kopter an der Fahne auf dem Schlossturm vorbei und im Hintergrund sind hinter Wiesen, Feldern und Wäldern die benachbarten Städte Schermbeck und Dorsten zu erkennen. Detlef Meyer nutzte das gute Wetter in den vergangenen Wochen aus und stimmte seine Aufnahmen aus dem Spätherbst mit einer passenden Musik ab - wenn die Melodie schneller wird, dann nimmt auch das Tempo des Kopters zu.

"Man bekommt mit dem Film einen sehr guten Eindruck von der Gegend und ich bin davon überzeugt, dass bald ganze Landkarten so entstehen werden", meint der Drevenacker, der mit seinem gerade erst fertig gewordenen Werk zufrieden ist: "Man kann natürlich immer etwas besser machen, zumal mein eigener Anspruch recht hoch ist. Aber ich finde, dass sich das Ergebnis sehen lassen kann."

Sein Kopter wiegt rund 2600 Gramm und könnte durchaus ein Gewicht von einem Kilo transportieren. Das würde wegen der zusätzlichen Belastung für den Akku aber die Flugzeit enorm reduzieren, die ohnehin schon auf 15 bis 20 Minuten begrenzt ist. "Das hängt immer ganz vom Flugstil ab", erklärt der Drevenacker, der sich seinen Kopter in rund vier Monaten selbst zusammenbastelte: "Der Rahmen ist ein fertiger Bausatz, aber die Motoren und Elektronik habe ich selbst aufeinander abgestimmt."

Was die Kamera in der Luft gerade aufnimmt, sieht Detlef Meyer entweder direkt auf dem Monitor seiner Fernsteuerung oder mithilfe einer Spezialbrille. Damit die Aufnahmen nicht verwackeln, ist in den Kopter eine Stabilisierungstechnik eingebaut, die das Fliegen zusätzlich erleichtert. Denn für einen Anfänger würde es einige Zeit an Übung benötigen, bis der Kopter sicher abhebt, fliegt und auch wieder schadlos landet.

"Ich fliege mit dem Kopter jetzt ein gutes Jahr, und es ein beruhigendes Gefühl, auch mit ihm manuell umgehen zu können, wenn die Eigenstabilität einmal ausfällt. Ich komme vom Modell-Hubschrauberfliegen und habe da schon sieben Jahre Flugerfahrung gesammelt", berichtet der Drevenacker, der den Kurzfilm nicht nur für den Internetauftritt des Schlosses zur Verfügung stellen möchte, sondern ihn auch auf der eigene Homepage "http://www.skyfly-movie.de" präsentiert.

Auch vom Lintforter Kloster Kamp hat er bereits einen Film produziert. Auf der Seite ist das gesamte Leistungsangebot des 46-Jährigen zu finden, der als gelernter IT-Spezialist versucht, mit den Flugvideos und Luftaufnahmen sein Hobby zum Beruf machen zu können. Teure gecharterte Hubschrauber für Aufnahmen sind dank der Multikoptertechnik jedenfalls überflüssig geworden: "Ich hoffe, dass ich Erfolg haben werde und weitere Aufträge kommen."

(RP)
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