Kleve: Klever Häftling flieht per Taxi ins Ruhrgebiet

Kleve : Klever Häftling flieht per Taxi ins Ruhrgebiet

Ein 21 Jahre alter Häftling der Justizvollzugsanstalt (JVA) in der niederrheinischen Kreisstadt Kleve ist seit gestern Morgen auf der Flucht. Schwerpunktmäßig fahndet die Polizei nach dem Flüchtigen im Ruhrgebiet. Dorthin hatte sich der 21-Jährige, der wegen Raubes, räuberischer Erpressung, Körperverletzung und Beleidigung seit Oktober 2011 eine zweieinhalbjährige Haftstrafe zu verbüßen hat, unmittelbar nach seiner Flucht mit einem Taxi fahren lassen – zu seiner ehemaligen Wohnung. Polizeibeamte durchsuchten die Räume noch am Vormittag, den entwichenen Häftling fanden sie aber nicht. Auch weitere Fahndungsmaßnahmen im früheren Umfeld des 21-Jährigen blieben bis zum Abend ohne Erfolg.

Zur Flucht des Häftlings war es gekommen, als dieser in einem Außenbereich der JVA Gartenarbeiten verrichtete. Laut einer Sprecherin hat den Häftling dabei ein Justizbeamter nur in "unregelmäßigen Abständen" überwacht. "Das können fünf, zehn oder sieben Minuten sein", erklärte die Sprecherin. Offenbar nutzte der 21-Jährige eine solche Zeitspanne, um durch ein unverschlossenes Tor in einem Zaun unbemerkt zu entkommen.

Der 21-Jährige war zu Beginn seiner Haftstrafe in der Jugendstrafanstalt Heinsberg bei Mönchengladbach untergebracht gewesen. Später wurde er auf eigenen Wunsch in den Erwachsenenvollzug in die JVA nach Kleve verlegt.

Laut Detlef Feige, Sprecher vom NRW-Justizministerium, sei der Vollzug bei dem 21-Jährigen "gelockert" gewesen. Der Häftling habe eine positive Entwicklung gezeigt und sei nur aus diesem Grund überhaupt befähigt gewesen, vor den Gefängnismauern Gartenarbeiten zu erledigen. Die Leitung der JVA Kleve hatte nach Beratung mit Psychologen und Vollzugsbeamten entschieden, dass bei dem jungen Mann keine Fluchtgefahr bestehe. Ein Justizbeamter hätte möglicherweise einen Moment nicht genau hingeschaut, sagte Detlef Feige weiter. Die Flucht sei jedoch kein Indiz für Sicherheitslücken oder eine mangelnde Personaldecke. Zudem sagte der Justizsprecher, die Bevölkerung brauche vor dem Flüchtigen "keine Angst zu haben".

Bei seiner Flucht war der Häftling, der 186 Zentimeter groß ist und den Kopf kahlgeschoren hat, mit dunklem Pullover und blauer Arbeitshose bekleidet.

(RP)
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