Kerpen: Braunkohle-Gegner planen morgen neue Proteste

Kerpen: Braunkohle-Gegner planen morgen neue Proteste

Polizei und RWE bereiten sich auf neue Proteste gegen die Braunkohle vor. Umweltaktivisten haben für morgen, 11.30 Uhr, zu einer Demonstration in Kerpen und zur musikalischen Nachtwache bis Montagfrüh eingeladen. Unter dem Motto "Andante an der Kante" planen sie eine "musikalische Bagger-Blockade", wie aus dem Aufruf der Organisation "Lebenslaute" hervorgeht. Darin heißt es: "Lebenslaute will am 23./24. August mit einem Konzert einen der riesigen Bagger an der Abbruchkante blockieren und den Betrieb mit einer musikalischen Nachtwache stören."

Ein Sprecher der Polizei Rhein-Erft-Kreis erklärte: "Wir sind wachsam." Die Versammlung sei ordnungsgemäß angemeldet, man erwarte einen friedlichen Verlauf. Das hofft auch der Konzern, der die Tagebaue betreibt: "Wir bereiten uns vor." Vor einer Woche hatten Aktivisten im Tagebau Garzweiler demonstriert, einige hatten einen Bagger gestürmt. RWE hatte rund 800 Anzeigen erstattet und betont, es habe sich nicht um eine angemeldete Demonstration, sondern um das widerrechtliche Eindringen auf Betriebsgelände gehandelt.

Laut "WDR" hat bei der Aktion ein Mitarbeiter der von RWE eingesetzten Sicherungs-Firma IWSM einen Aktivisten gewaltsam auf den Boden gepresst. Dazu erklärte RWE: "Die Mitarbeiter von IWSM waren und sind angehalten, stets die Verhältnismäßigkeit der Mittel zu wahren." Allerdings hätten Aktivisten Zäune ohne Rücksicht auf die dahinter stehenden Mitarbeiter niedergerannt. Vereinzelt seien Aktivisten heftig geworden, zum Selbstschutz habe der Werkschutz diese am Boden festgehalten und der Polizei übergeben.

(anh)
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