Montpellier: Frankreichs wildromantische Schönheit

Montpellier : Frankreichs wildromantische Schönheit

Flache Sumpflandschaften, ausgedehnte Strände und eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt prägen die Camargue um die herausgeputzte Großstadt Montpellier. Aber nicht nur Natur-, auch Kulturliebhaber kommen auf ihre Kosten.

Herrlich duftend nach würziger Brühe, frischen Kräutern und dem unverwechselbaren Geruch nach Meer steht eine Portion "Moules frites", also Muscheln mit Pommes frites, auf dem Tisch. Dazu ein Glas kühler Rosé aus der Umgebung, die Abendsonne im Rücken - ja, Frühling in Südfrankreich ist eine gute Zeit für Genießer. Die großen Touristenmassen des Sommers sind noch nicht angekommen, die Sonne wärmt aber schon angenehm, und hübsche Fischerorte wie Le Grau du Roi lassen sich jetzt noch in Ruhe erkunden. Gute Restaurants und Cafés laden hier zum Beispiel rund um den Place de la Republique zum Verweilen ein.

Wer es noch authentischer mag, besucht das nahe liegende Städtchen Aigues-Mortes. Übersetzt bedeutet der Name "totes Wasser", was auf die umgebenden Salzwiesen mit ihren stehenden Gewässern hinweist. Vom Wehrgang der umlaufend erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauer bietet sich eine tolle Aussicht, auch auf die große Saline am Ortsrand. Hier kann man mit einem Besucherzug durch die weitläufige Anlage fahren und Interessantes zur uralten Kunst der Meersalzgewinnung erfahren (Rundfahrt mehrsprachig, Erwachsene zehn Euro, Kinder 5 bis 13 Jahre acht Euro). Im angeschlossenen Shop ist die Auswahl groß, um sich mit kulinarischen Urlaubserinnerungen einzudecken und den Geschmack der Camargue mit nach Hause zu nehmen (www.visitesalinaiguesmortes.com).

Das größte Kapital der Region ist aber die weitgehend unberührte Natur. Die grünen Sumpflandschaften und Wiesen sind Heimat der berühmten weißen Camargue-Pferde, schwarzen Stiere und - rosa Flamingos, die das milde Klima und das reichhaltige Nahrungsangebot zu schätzen wissen. Ganz nah ran kommt man zum Beispiel im Naturpark-Zentrum Centre du Scamandre bei Gallician, wo man auf Holzstegen wandert - toll zum Beobachten von Vögeln (www.camarguegardoise.com).

Auch das Fahrrad bietet sich an, die flache Gegend zu erkunden. So spart man an wunderschönen, wildromantischen Stränden wie dem Plage de l'Espiguette auch gleich die Parkgebühr fürs Auto. Feinsandig und breit erstreckt sich der Strand südlich von Port Camargue kilometerlang und bietet viel Platz zum Sonnenbaden, Schwimmen, um Drachen steigen zu lassen oder spazieren zu gehen. An der Hauptstraße zum Strand wetteifern Reiterhöfe um Gäste für Ausritte auf weißen Pferden in die Natur - wer mag, auch bis zum Meer. Das gibt noch einmal eine ganz andere Perspektive, auch für ungeübte Reiter.

Wer nach so viel Natur dann doch noch einmal Lust auf Stadtatmosphäre hat, ist in Montpellier gut aufgehoben. Die Stadt hat sich hübsch gemacht für ihre Besucher und von berühmten Architekten ganze Viertel neu erbauen lassen. Ein Bummel durch die Gassen des historischen Zentrums mit guten Einkaufsmöglichkeiten, ein Besuch im Musée Fabre mit seiner Sammlung alter Meister und moderner Kunst, ein Café au Lait auf dem charmanten Place de la Comedie im Zentrum - auch so lässt sich ein Tag in der Camargue gestalten.

(RP)
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