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Überteuerte Handwerker-Notdienste: So lassen sie sich vermeiden

Seriöse Hilfe im Notfall : So vermeiden Sie überteuerte Handwerker-Notdienste

Die Kosten eines Notfalleinsatzes von Handwerkern können stark variieren. Deswegen sollte genau darauf geachtet werden, wen man beauftragt. Diese Tipps helfen, den richtigen Dienstleister zu finden.

Wenn man sich am Wochenende oder spät abends aus der eigenen Wohnung ausgesperrt hat oder plötzlich die Toilette überläuft, sind Handwerker-Notdienste oft die letzte Rettung. Hektisch wird das Smartphone herausgeholt und nach verfügbaren Diensten gesucht. Entsprechende Angebote sind leicht im Internet zu finden. Doch ein unbedachter Anruf kann teuer werden. Einige Dienstleister verlangen hohe Preise für ihren Sondereinsatz. Wie kann verhindert werden, dass die eh schon unangenehme Situation auch noch kostspielige Folgen hat?

Lokal suchen Bei der Auswahl des Notdienstes sollte darauf geachtet werden, ob der inserierende Anbieter seine Firmenanschrift zu erkennen gebe oder eine Website habe, die den Firmensitz nenne, teilt Alexander Konrad von der Düsseldorfer Handwerkskammer mit. Wenn sich das Unternehmen nicht in der Region befindet, oder nur mit einer Mobilfunknummer wirbt, ist Vorsicht geboten. Dienstleister dieser Art vermitteln oft Subunternehmer. „Die müssen ganz andere Preise nehmen, damit sie überhaupt über die Runden kommen“, sagt Dimitrios Dovros vom Düsseldorfer Unternehmen Neo Schlüsseldienst. Er rät dazu, gezielt lokale Unternehmen zu kontaktieren. Dann sei die Gefahr geringer ein, wie er es nennt, „schwarzes Schaf“ zu beauftragen. „Solche Dienste positionieren sich gut im Internet und sind deswegen im Gegensatz zu manchen alteingesessenen und seriösen Unternehmen besonders leicht zu finden“, sagt Dovros. Auch die Verbraucherzentrale und die Handwerkskammer empfehlen,auf ein örtliches Unternehmen zurück zu greifen.

Auf Transparenz achten Schlagworte auf den Anbieter-Webseiten wie „günstig“ und „schnell“ hören sich besonders in einer Notsituation verlockend an. Wenn aber keine konkreten Preise für die Leistungen aufgeführt werden, kann das ein Hinweis auf überteuerte Angebote sein.

Sollte der Gesprächspartner es auch beim Telefonat vermeiden, trotz genauer Beschreibung des Problems zumindest grob einen Kostenvoranschlag zu machen, ist das ebenfalls verdächtig. Wurde eine Summe genannt, rät die Verbraucherzentrale noch einmal nachzufragen, woher der Handwerker kommt, ob die Anfahrtskosten Teil des angegebenen Preises sind und welche möglichen Zuschläge noch anfallen können.

Für das Öffnen einer Tür gilt im Regelfall, dass die Dienstleistung nicht mehr als 200 Euro kosten darf, teilt Tiana Schönbohm von der Verbraucherzentrale Niedersachsen mit.Einige Anbieter sind nach den Angaben auf ihrer Webseite deutlich unter dieser Grenze. Vergleichen lohnt sich hier also. Auch wenn die Situation drängt.

Nein sagen Auch wenn die Handwerker schon vor der Tür stehen, sollte man sich nicht zur schnellen Unterschrift einer Rechnung oder eines Vertrages drängen lassen. Fallen die aufgeführten Kosten höher aus als vorher abgesprochen, hat man das Recht abzulehnen und die Handwerker wieder wegzuschicken. Auch nach getaner Arbeit gilt: „Niemand ist gezwungen, nicht vereinbarte Regelungen zu akzeptieren“, heißt es von der Verbraucherzentrale. Sollte der Anbieter besonders fordernd oder aggressiv auftreten, sei im Zweifel auch ein Anruf bei der Polizei angemessen.

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Nicht einfach zahlen Mache die Rechnung den Eindruck, fehlerhaft oder überhöht zu sein, sollte keinesfalls sofort gezahlt werden, betont Tiana Schönbohm: „Das Geld ist dann meist verloren, auch wenn sich der Eindruck später bestätigt und eigentlich Rückforderungsansprüche bestünden.“

Zudem gilt: Der Rechnungsbetrag muss nur dann bar übergeben werden, wenn das vertraglich so festgehalten wurde. Darauf weisen die Verbraucherschützer explizit hin. „Unsere Mitarbeiter sind alle nicht geldempfangsberechtigt“, berichtet Ralf Theuvsen vom Krefelder Bad- und Heizungsbetrieb „Lutz Kottsieper“. Es werde alles beim Notdiensteinsatz sorgfältig dokumentiert und anschließend eine Rechnung gestellt. „Transparenz und Genauigkeit gegenüber dem Kunden sind äußerst wichtig“, betont Theuvsen.