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Steigende Preise machen Leverkusen zu schaffen

Steigende Preise : Das Leben in Leverkusen wird teurer

Steigende Preise machen den Verbrauchern zu schaffen. Doch auch Handwerker und Dienstleister stehen unter Druck. Wir haben uns umgehört.

Die Preise klettern in die Höhe. Besonders Flüssiggas, Heizöl und Kraftstoff werden teurer, aber auch Wartungen und Reparaturen, essen gehen, wohnen und Brötchen  kaufen.

Die Inflation ist fast so stark angestiegen wie zuletzt im Dezember 1993. Auf 4,1 Prozent.  Verbraucher bekommen für das gleiche Geld weniger. Die Preise steigen.  Wir haben uns in der der Leverkusener Region umgehört.

Handwerk

„Wir hatten bis jetzt keinen Kunden, der gesagt hat, ich gehe die höheren Preise nicht mit“, sagt Robert Karbo der Tischlerei Karbo aus Lützenkirchen. Die Materialien, die er für seine Arbeit braucht, sind teurer geworden: zwischen 17 und 30 Prozent. „Schrauben, grundsätzlich alle Holzarten, aber auch Silikone“, zählt er auf, seien von den Preissteigerungen betroffen. Das liege vor allem daran, dass viele Materialien nach China oder Amerika weitergegeben werden, nur wenig bliebe für den europäischen Markt übrig, erklärt der Tischler. Die Mehrkosten gibt er an seine Kunden weiter. Was ihn ärgert, seien die „längeren Lieferzeiten. Aber wir haben keinen Einfluss darauf.“, betont Karbo.

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Auch Backwaren kosten mehr, erklärt Isabelle Schiffer von der Kreishandwerkerschaft Bergisches Land. 34 Prozent höhere Getreidekosten, 40 Prozent teurerer Zucker, Transportkosten für Mandeln und Rosinen, gestiegene Gas- und Strompreise, denn die Waren müssen auch gebacken werden. Ein Leichlinger Bäcker sagt: „Die Rechnungen sind extrem hoch. Das ist ein Spagat zwischen Einnahmen und Ausgaben, aber wir können die Kosten nur bedingt an die Kunden weitergeben.“ Auch Stahl und andere Baumaterialien seien besonders teuer geworden, sagt Schiffer. Das wiederum habe weitreichende Folgen für die gesamte Baubranche.  Steigende Energie- und Transportkosten belasteten das Handwerk allgemein. Das betreffe nicht nur Branchen, die längere Wege zurücklegen müssten. Auch Friseure beispielsweise litten unter steigenden Stromkosten. Es liege in der Hand jedes einzelnen Betriebes, ob und in welcher Höhe er die Kosten weitergebe, sagt Schiffer.  

 

Energieversorgung

Wer heizt, mit dem Auto fährt oder Energie braucht, um Maschinen zu betreiben, merkt schnell, dass die Rechnungen derzeit höher ausfallen. 76,5 Prozent teurer als vor einem Jahr war das Heizöl im September 2021, beim Kraftstoff kletterten die Preise um 28,4 Prozent. Das meldet das Statistische Bundesamt.

Wie sich die Energiepreise in der Chemiestadt weiter entwickeln und wie teuer Öl, Gas und Strom für Verbraucher werden, das kalkuliert die Energieversorgung Leverkusen (EVL)  derzeit noch. Das berichtet EVL-Sprecher Stefan Kreidewolf und weist die Richtung.  „Allein, dass wir uns damit beschäftigen, ist schon ein Zeichen“, sagt er auf Anfrage unserer Redaktion.

 

Mieten

Auch Wohnen kostet mehr, das zeigt der Mietspiegel Leverkusen. Wer eine kleinere, 30 Quadratmeter große Wohnung mietet, erlebt die größte Preissteigerung: 12,55 Euro kostet der Quadratmeter im Oktober 2021. Im Oktober 2020 waren es noch knapp elf Euro, 2019 unter zehn. Für Hausmieter verändern sich die Kosten in mittelgroßen Häusern mit 150 Quadratmetern am meisten: Von 9,57 Euro im vergangenen Jahr auf 11,20 Euro aktuell.