"Krebs ist die beste Art zu sterben" - sagen britische Wissenschaftler

Renommierter britischer Wissenschaftler: "Krebs ist die beste Art zu sterben"

Wie will ich sterben? - Das ist eine Frage, die sich jeder im Laufe seines Lebens stellt. Die meisten wünschen sich vor allem einen schnellen Tod. Doch ein Gesundheitsforscher sagt jetzt, der Tod durch Krebs sei eigentlich die beste Variante aus dem Leben zu gehen - und spricht sich gegen die Suche nach Heilmitteln aus.

Jedes Jahr erkranken rund 14 Millionen Menschen neu an Krebs, bis 2030 soll sich diese Zahl laut der Weltgesunsheitsorganisation WHO sogar verdoppeln. Egal, um welche Tumorform es sich handelt, die meisten denken dabei sofort an Behandlungen mit starken Nebenwirkungen, Schmerzen, Haarausfall und im schlimmsten Fall einem langwierigen Tod.

Um so verwunderlicher erscheint da ein Artikel des Wissenschaftlers Richard Smith. Der ehemalige Herausgeber des "Britisch Medical Journals" hat sich auf dem Blog der Zeitung mit der Frage beschäftigt, wie Menschen am besten dahinscheiden sollten.

Vier Arten zu sterben

Wie Smith beschreibt, gibt es im wesentlichen vier Arten zu sterben: den plötzlichen Tod, den langsamen Tod durch Demenz, den Auf-und-ab-Tod durch Organversagen und den Tod durch Krebs. Wenn er das Publikum auf seinen Vorträgen befrage, für welche Todesart es sich entscheiden würde, so antworteten die meisten, dass sie sich einen schnellen Tod wünschten, schreibt Smith in seinem Beitrag. Seine Antwort darauf sei dann: "Das mag für Sie okay sein, aber es kann sehr hart für die Menschen um sie herum sein, besonders wenn man eine wichtige Beziehung verletzt und ungeklärt zurücklässt."

Smith formuliert das bewusst als eine Art Warnung. Denn allen, die sich wünschen schnell und spontan aus dem Leben zu scheiden rät er: "Leben Sie jeden Tag, als ob es Ihr letzter wäre." Das bedeutet für den Wissenschaftler immer dafür zu sorgen, das alle Beziehungen in einem guten Zustand sind, dass alle Belange geregelt und Anweisungen für die Beerdigung aufgeschrieben und leicht zu finden sind.

Als den schlimmsten Tod beschreibt Smith jenen durch Demenz, da sie den Menschen langsam aus dem Leben lösche. Dafür allerdings komme der Tod wie eine Erlösung.

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Den Tod durch Organversagen, egal ob es sich dabei um Herz, Lunge oder Nieren handelt, beschreibt Smith als ungeheuer anstrengend. Bedeute er doch ein ständiges rein und raus aus dem Krankenhaus und viele Behandlungen durch Ärzte.

Der Wissenschaftler erklärt weiter: "Der Tod durch Krebs ist also der beste Tod". Er ermögliche es sich zu verabschieden, über das eigene Leben nachzudenken, Nachrichten zu hinterlassen, noch einmal besondere Orte zu besuchen, die liebsten Lieder und Gedichte ein letztes Mal zu hören und zu lesen, und die letzten Schritte zu planen um, entsprechend des eigenen Glaubens, aus dem Leben zu gehen, so Smith in dem Blog-Artikel.

"Mit Liebe, Morphium und Whisky"

"Dies ist zwar eine romantische Sichtweise auf das Sterben, aber sie lässt sich mit Liebe, Morphium und Whisky erreichen", so Smiths Meinung. Damit geht er so weit, dass er seine Abhandlung über das richtige Sterben mit der Empfehlung schließt, von übermotivierten Onkologen fernzubleiben und damit aufzuhören Milliarden in die Krebsforschung zu investieren. Denn die, so der Wissenschaftler, "führt höchstwahrscheinlich nur dazu, dass die Patienten einen viel grausameren Tod sterben müssen."

Tatsächlich ist in den vergangenen Jahren bei vielen Patienten die Tendenz zu natürlichen Heilmethoden gestiegen. Schluckten 1970 nur knapp eine Viertel der Deutschen alternative Medizin, so waren es laut der deutschen Arzneimittelhersteller 2009 schon doppelt so viele. Bis 2014 stieg der Anteil auf 60 Prozent an, so die "Apotheken Rundschau". Gründe dafür sind, dass sie einfach anzuwenden sind, besonders verträglich, kaum Nebenwirkungen haben und sich auch für Kinder eignen.

Aber nicht nur naturheilkundliche Ansätze wie etwa Homöopathie oder Akupunktur erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Auch der Versuch die Einnahme von Medikamenten durch die Ernährung zu reduzieren wird immer häufiger. Dazu gehören spezielle Ernährungsformen wie Krebs-Diäten, Mistel-Therapie, Vitamin-Therapie, Entschlackungskuren aber auch das zubereiten von Grünen Smoothies.

Hier geht es zur Infostrecke: Die zehn größten Krebs-Mythen und ihre Wahrheit

(ham )
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