Schmerzen: Was Naturheilverfahren leisten können

Experten-Interview : Wie Naturheilverfahren bei Schmerzen helfen können

Fast alle Krankheiten gehen mit Schmerzen einher. Vor allem in akuten Fällen suchen immer mehr Menschen alternative Hilfestellungen zur Chemie der Schulmedizin. Wir haben nachgefragt, bei welchen Beschwerden Naturheilverfahren besonders gut wirken.

Frau Dr. Tan, Sie wenden in Ihrer Praxis Naturheilverfahren zur Schmerztherapie an, welche Therapieformen nutzen Sie am meisten?

Dr. Tan: Das ist zum einen die Akupunktur, wie sie in der traditionellen chinesischen Medizin eingesetzt wird, aber auch naturheilkundliche Medikamente, Schröpfen und spezielle basische Infusionen.

Und welche Ergebnisse erzielen Sie damit?

Dr. Tan: Die Verfahren regen vor allem die Selbstheilungskräfte des Körpers an. Ganz weg bekommt man den Schmerz dabei nicht, aber meine Patienten berichten mir von einer Verbesserung um 50 Prozent. Dazu kommt dann ein verbesserter Schlaf und ein besseres allgemeines Wohlbefinden, weil die Betroffenen merken, dass sie etwas gegen den Schmerz tun können.

Eine Verbesserung um 50 Prozent, egal wie stark der Ausgangsschmerz ist, ist ja aber doch sehr viel.

Dr. Tan: Ja, das ist es. Besonders erstaunliche Ergebnisse habe ich bei der Behandlung von Arthrosen und Rheuma erlebt. Viele kommen zu mir, weil nichts anderes mehr gegen die Schmerzen geholfen hat. Ich arbeite in diesen Fällen mit einer Blutegel-Therapie. Etwa die Hälfte der Patienten berichtet dabei schon nach der ersten Behandlung von einer Verbesserung der Beschwerden um 50 Prozent.

Wie fragen Sie das ab?

Dr. Tan: Mit einer Zahlen Skala. Die Patienten sagen mir vor und nach der Therapie wie hoch ihr Schmerzbefinden auf einer Skala von 0 bis 10 ist.

Und wie wirken die Blutegel?

Dr. Tan: Die Blutegel wirken blutverdünnend, schmerzlindernd und sie fördern die Durchblutung und zwar direkt lokal an der Stelle, die der Behandlung bedarf. Die Mittel müssen also nicht erst durch die Blutbahn wandern. Es gibt auch Salben mit dem Hauptwirkstoff der Tiere, dem Hirodin, aber Studien haben gezeigt, dass der Einsatz von Blutegeln wesentlich effektiver ist.

Und welche Kohlenhydrate empfehlen Sie dann?

Dr. Tan: Weißmehl ist da tatsächlich nicht unbedingt gut, aber es gibt ja auch Kohlehydrate aus langkettigen Zuckern wie Roggen oder Dinkel, und die sind durchaus gesund. Zumal man in der Forschung festgestellt hat, dass man Krebskulturen auch sehr gut auf Eiweißnährböden ziehen kann.

Das Gespräch führte Susanne Hamann.

(ham)
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