Erhebliche Umsatzrückgänge: Buchbranche klagt über fehlende Bestseller

Erhebliche Umsatzrückgänge: Buchbranche klagt über fehlende Bestseller

Düsseldorf (RP). Wenige Tage vor Beginn der Leipziger Buchmesse, die am 18. März beginnt, musste der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Mittwoch zum zweiten Mal in diesem Jahr erhebliche Umsatzrückgänge melden. Im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnet die Branche im Februar ein Minus von 3,6 Prozent, wie bereits im Januar dieses Jahres.

Mit Abstand größter Verlierer ist dabei die Warengruppe Kinder- und Jugendbücher mit einem Umsatzrückgang von 27,5 Prozent. Begründet wird dies vor allem mit fehlenden Bestsellern. So hat sich in diesem Segment bislang kein verkaufsträchtiger Nachfolger für Stephenie Meyers "Bis(s)"-Romane etablieren können.

Aber auch den Winter mit viel Eis und Schnee führt Börsenvereins-Vorsteher Gottfried Honnefelder als Grund für die Kauf-Unlust an. Im ersten Monat dieses Jahres, als ähnlich starke Rückgänge aufhorchen ließen, wurde dies noch damit begründet, dass der Januar 2010 einen Wochentag weniger als der Januar 2009 hatte.

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Solche Einschnitte sind in der Buchbranche bisher unbekannt. Selbst im wirtschaftlich schwierigen Jahr 2009 konnte man eine schwarze Null verbuchen, zusammen mit Online-Handel und Warenhaus sogar ein Wachstum von 2,8 Prozent. Und auch im neuen Jahr schwächeln die klassischen Vertriebswege. So ging der Umsatz im Sortimentsbuchhandel — also dem normalen Buchladen — um 7,5 Prozent zurück.

Dass allgemein der Kunde beim Buchkauf stärker als bisher aufs Geld schaut, ist im Bereich der günstigeren Taschenbücher ablesbar. Dort nämlich stieg der Umsatz um 0,7 Prozent. Zudem scheint in solchen Zeiten der Leser mit dem Traum von der großen weiten Welt vorliebzunehmen: Um ungewöhnliche 5,6 Prozent legte der Umsatz mit Reiseliteratur zu.

(RP)