Albin Hänseroth starb mit 65 an Krebsleiden: Intendant der Kölner Philharmonie ist tot

Albin Hänseroth starb mit 65 an Krebsleiden: Intendant der Kölner Philharmonie ist tot

Köln (rpo). Der Intendant der Kölner Philharmonie ist gestorben. Albin Hänseroth erlag am Donnerstag im Alter von 65 Jahren überraschend einem Krebsleiden. Die Nachricht von seinem Tod löste Bestürzung und Trauer aus. Aufsichtsrat und Mitarbeiter der Philharmonie beschrieben ihren Kollegen als "klugen und visionären Intendanten und so aufgeschlossenen wie warmherzigen Vorgesetzten". Das Konzert der Wiener Philharmoniker am Samstag wurde dem Gedenken an Hänseroth gewidmet.

Hänseroth war auch Geschäftsführer der KölnMusik GmbH und künstlerischer Gesamtleiter der MusikTriennale Köln und hatte die Geschicke des Philharmonie fünf Jahre lang geleitet. In dieser Zeit sei es Hänseroth gelungen, das Haus künstlerisch wie wirtschaftlich glänzend zu positionieren, betonte der Aufsichtsratsvorsitzende der Philharmonie, Richard Blömer.

Bei steigenden Besucher- und Abonnentenzahlen habe er anspruchsvolle und auch international mit Aufmerksamkeit verfolgte Konzertprojekte wie "Musik in der Diktatur" mit Vladimir Ashkenazy, "Musik der Seidenstraße" mit YoYo Ma oder "Omaggio a Luigi Nono" im Rahmen der MusikTriennale Köln 2004 verwirklicht, sich aber ebenso der Förderung des musikalischen Nachwuchses gewidmet.

WDR-Intendant Fritz Pleitgen würdigte Hänseroth als "klugen, aufgeschlossenen und warmherzigen Weltbürger". Er habe das hohe Ansehen der Kölner Philharmonie weit über die Grenzen Deutschlands zu wahren und zu mehren gewusst. "Die Mitglieder unseres Sinfonieorchesters, des Rundfunkorchesters, der WDR Big Band und des Chores erinnern sich in großer Dankbarkeit an die anregende und überaus erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem viel zu früh verstorbenen Intendanten der Kölner Philharmonie", betonte Pleitgen.

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kölner Stadtrat, Barbara Moritz, zeigte sich "tief bestürzt" über den Tod Hänseroths. Dieser hinterlasse eine große Lücke in der Musik- und Kulturszene der Domstadt. "Albin Hänseroth hat in Köln viel bewirkt, viel Ungewohntes zugelassen, neue Spielräume eröffnet", betonte sie. Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) sagte zum Tod von Hänseroth: "Wir verlieren einen engagierten und weltweit gefragten Fachmann, den ich als liebenswerten Menschen kennen gelernt habe."

Der gebürtige Mönchengladbacher hatte zu Beginn seiner Karriere zunächst als Professor an der Fachhochschule Niederrhein und als Vorstandsmitglied des Kölner Instituts für Massenkommunikation gearbeitet. 1988 übernahm er die Leitung des Gran Teatre del Liceu in Barcelona. 1995 wurde er zum Intendanten der Hamburgischen Staatsoper ernannt, die er im Jahre 1999 verließ, um die Intendanz der Kölner Philharmonie und künstlerische Gesamtleitung der MusikTriennale Köln zu übernehmen.

(afp)
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