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"Rio 2" kommt in die Kinos: Abenteuer an der Copacabana

"Rio 2" kommt in die Kinos : Abenteuer an der Copacabana

Gelungenes Projekt: Mit "Rio 2 - Dschungelfieber" findet der beliebte Animationsfilm einer erfolgreiche Fortsetzung.

Elektrische Zahnbürste, Navigationsgerät und die superscharfen Mintpastillen — das muss alles unbedingt mit in den Urwald. Papagei Blu ist ein echtes Stadttier. Und wenn er in "Rio 2 — Dschungelfieber" zusammen mit seiner Familie dann doch Richtung Regenwald aufbricht, schnallt der himmelblaue Vogel erstmal seine sorgfältig gepackte Bauchtasche um. Echt peinlich, findet Blus Schwiegervater Eduardo und beschließt, aus dem neuen Verwandten einen echten Naturburschen zu machen.

Drei Jahre nach "Rio" schickt der gebürtige Brasilianer und "Ice Age"-Regisseur Carlos Saldanha seinen kleinen Papagei wieder auf ein großes, farbenprächtiges 3D-Abenteuer, inklusive Samba- und Gesangseinlagen. Nachdem der gezähmte, seltene Spix-Ara im ersten Teil ziemlich unfreiwillig von den USA nach Brasilien übersiedelte, ist Blu inzwischen in Rio de Janeiro richtig heimisch geworden. Doch das friedliche Familienleben mit Papageien-Dame Jewel und den drei Küken währt nicht lange.

Jewel will den Kindern zeigen, wie echte Amazonas-Vögel in der Wildnis leben — und stößt im Dschungel auf ihren verschollen geglaubten Vater. Doch wo lebt es sich besser, im Großstadt oder im Urwald? Für Blu ist das gar keine Frage. Inzwischen ist ihm aber sein alter Widersacher Kakadu Nigel auf den Fersen und das Revier der Dschungel-Pagageien durch illegale Waldrodungen gefährdet.

Von "Ice Age" über "Madagascar" und "Die Monster AG" bis zu "Ich — Einfach Unverbesserlich" — fast alle auch bei Kindern erfolgreichen Animationsfilme bekommen mittlerweile mindestens eine Fortsetzung. Bei "Rio" geht dieses Konzept auf. Der ein bisschen verhätschelte, verwöhnte Blu ist ein echter Sympathieträger. Denn wenn es darauf ankommt, breitet er die blaugefiederten Schwingen aus, um seine Papageiensippe zu retten.

Wie bereits beim Auftaktfilm nutzt Regisseur Saldanha die Stärken der 3D-Technik optimal. Der Zuschauer taucht gleich zu Beginn ein in eine ausgelassen am Strand der Copacabana in Rio tanzende Menschenmenge. Im Urwald begegnet man auf Augenhöhe der Papageien den Schönheiten und Gefahren des Dschungels. Bei einem insgesamt ruhigeren Erzähltempo nimmt sich der "Rio"-Regisseur Zeit, einzelne Charaktere auszuarbeiten.

Dabei kommen Witz und Tempo aber niemals zu kurz — beste Unterhaltung für Kleine und Große.

(RP)