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Schlechte Bilanz für 2008: LBBW macht 880 Millionen Euro Verlust

Schlechte Bilanz für 2008 : LBBW macht 880 Millionen Euro Verlust

Stuttgart/Düsseldorf (RPO). Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) ist offenbar tief in die roten Zahlen gerutscht sein. Aus Bankenkreisen geht hervor, dass sich der Verlust in den ersten neun Monaten des Jahres auf gut 880 Millionen Euro belaufe. Ein Sprecher der Bank habe gegenüber der Zeitung keine Stellungnahme abgeben wollen.

Knapp 740 Millionen Euro des Verlustes entfielen der Zeitungs zufolge auf das dritte Quartal. Vor allem die übernommene SachsenLB und die voll integrierte frühere Landesbank Rheinland-Pfalz mit ihrer Luxemburg-Tochter hätten demnach zwischen Juli und September für erhebliche Belastungen gesorgt.

Eigentümer einigen sich auf milliardenschwere Finanzspritze

Unterdessen haben sich die LBBW-Eigentümer offenbar auf eine milliardenschwere Finanzspritze für das angeschlagene Finanzhaus verständigt. Die Träger der größten deutschen Landesbank hätten sich nach tagelangen Verhandlungen am Donnerstagabend auf ein dreiteiliges Rettungspaket geeinigt, berichten die "Stuttgarter Nachrichten" unter Berufung auf Regierungskreise.

Demnach werden das Land Baden-Württemberg, die Sparkassen und die Stadt Stuttgart entsprechend ihrer Anteile fünf Milliarden Euro frisches Kapital aufbringen. Zusätzlich werde die LBBW 20 Milliarden Euro Garantien aus dem Rettungsschirm des Bundes beantragen. Darüber hinaus erhalte der LBBW-Vorstand den Auftrag, in offizielle Fusionsverhandlungen mit der BayernLB einzusteigen, berichten die "Stuttgarter Nachrichten" weiter.

Sparkassen knüpfen Hilfen an Bedingungen

Eine endgültige Entscheidung sollte in der Trägerversammlung und der Verwaltungsratssitzung am Freitag fallen. Die Sparkassen knüpfen ihre Zustimmung den Angaben zufolge an harte Bedingungen. Demnach müsse LBBW müsse das risikoreiche Kapitalmarktgeschäft radikal zurückfahren. Zudem dürfe ihrer Tochter BW-Bank den Sparkassen nicht länger Konkurrenz machen. Zugleich drohe dem Vorstandsvorsitzenden Siegfried Jaschinski die Halbierung seines Gehalts.

Die Träger der Landesbank Baden-Württemberg sind nach Bankangaben das Land Baden-Württemberg, der Sparkassenverband Baden-Württemberg, die Landeshauptstadt Stuttgart, die Landeskreditbank Baden-Württemberg sowie der der Sparkassen- und Giroverband Rheinland-Pfalz.

Oettinger strebt landeseigene Lösung an

Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) strebt an, die Eigenkapitalquote der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) auf neun Prozent zu erhöhen. "Wir erleben in diesen Wochen, dass durch staatliche Hilfen die Banken in der ganzen Welt in ihrem Kernkapital gestärkt werden. Neun Prozent werden ein Standard, den man, um im Wettbewerb zu bleiben, beachten muss. Den streben wir auch an", sagte Oettinger dem "Handelsblatt". Bei der Finanzierung machte sich Oettinger für eine Landeslösung stark. "Wenn es europarechtlich geht, ziehe ich die landeseigene Lösung vor", sagte er.

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(afp)