Olympische Winterspiele: Die Chaos-Tage von Felix Neureuther

Olympische Winterspiele : Die Chaos-Tage von Felix Neureuther

Nicht nur der 29-Jährige enttäuschte im Slalom. Der Verband steht vor einem gravierenden Umbruch.

Felix Neureuther stand nach dem Slalom-Drama am "Rosa Peak" verloren im Schnee, umringt von mehreren Tausend Menschen — und doch einsam wie ein Schiffbrüchiger auf hoher See. "Ich muss mir Gedanken machen wie es weitergeht, und auch, und auch, ja...", sagte er, um Worte ringend. "Und auch, keine Ahnung. Ich brauche sicher Abstand, und ich brauche Zeit", fuhr er fort. Sein Blick glitt ins Nichts — ein Mann als Sinnbild für das ganze am Boden liegende deutsche Ski-Team.

Neureuther, der deutsche Slalom-Held — eingefädelt, gefallen. Sein Kollege Fritz Dopfer, der Mann im Schatten des Stars — als Vierter um die Winzigkeit von fünf Hundertstelsekunden an Bronze vorbeigeschrammt. Wolfgang Maier, der oft so kontrollierte Alpindirektor — den Tränen nahe. Als "extrem bitter" empfanden sie alle dieses letzte olympische Rennen, das wie tags zuvor beim Frauen-Slalom durch Maria Höfl-Riesch wieder nur "Blech" gebracht hatte.

Bricht jetzt alles zusammen? Dass Höfl-Riesch spätestens 2015 aufhören wird, war schon vor den Spielen klar. Aber tritt jetzt auch noch Neureuther ab? Wer den 29-Jährigen in Rosa Chutor reden hörte, musste annehmen, dass er seine Skier noch in derselben Nacht für immer in den Keller stellt. "Nein, es war nie ein Thema, dass er aufhört", sagte Maier nach einem Gespräch mit Neureuther, "das wäre auch totaler Blödsinn". Neureuther selbst kündigte via Facebook an: "Batman returns." Der Held will also zurückkehren. Und auch Höfl-Riesch will wohl noch ein Jahr dranhängen.

(sid)
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