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Hamburg: Hamburger SV will sich für Investoren öffnen

Hamburg : Hamburger SV will sich für Investoren öffnen

Der Verein gliedert nach einer Mitgliederabstimmung seine Profiabteilung aus und gründet eine Aktiengesellschaft.

Der sportlich wie finanziell angeschlagene Bundesligist Hamburger SV bereitet die Ausgliederung seiner Profi-Fußballabteilung vor und will sich für Investoren öffnen. Erstmals in der Geschichte des Traditionsklubs bekam der Vorstand des Vereins den Auftrag, entsprechende Maßnahmen zur Vorbereitung einzuleiten.

Das ist das Ergebnis einer hitzig geführten Rekord-Mitgliederversammlung. Eine überwältigende Mehrheit von 79,4 Prozent der bis zu 7000 stimmberechtigten Mitglieder votierte am Sonntag für den von Ex-Aufsichtsratschef Ernst-Otto Rieckhoff eingereichten Reformantrag "HSVPlus".

Die Reform sieht vor, die Lizenzspielerabteilung aus dem Gesamtverein auszugliedern und nach dem Vorbild des FC Bayern in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln. Danach könnten bis zu 24,9 Prozent der Anteile an strategische Partner verkauft werden. "In den nächsten Jahren könnten wir so bis zu 100 Millionen Euro einnehmen", sagte Rieckhoff.

Milliardär und Edelfan Klaus-Michael Kühne hatte im Vorfeld bereits seine Unterstützung angeboten. "Ich kann mir vorstellen, dieses Konzept als strategischer Partner in größerem Umfang zu unterstützen", sagte der 76-jährige Logistikunternehmer. Der HSV dürfe aber "niemals zum Spielball externer Geldgeber" werden, sagte Rieckhoff. Deswegen soll eine sogenannte 50+1-Regel festgeschrieben werden, wonach die Mehrheit der Anteile immer beim Verein liegen soll: "Der Verein muss immer das Sagen haben. Es wird keine Scheichs oder Oligarchen geben."

Die Beschlüsse sind noch nicht bindend. Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Sommer müssen noch einmal drei Viertel der Mitglieder der Strukturreform zustimmen.

"Das ist bedauerlich", meinte HSV-Vorstandschef Carl Jarchow. Er meinte die Bilanz des Geschäftsjahrs 2012/13, in dem das Vereinsvermögen von 15,6 auf 5,7 Millionen Euro sank. Die Verbindlichkeiten betragen rund 100 Millionen Euro.

(sid)