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NFL: Das Spektakel ist zurück

NFL nach Woche zwei : Das Spektakel ist zurück

Die ersten beiden Spieltage in der NFL sind rum und die Football-Liga hat mit vielen Highlights und reichlich Drama gezeigt, warum sie sich auch hierzulande immer größerer Beliebtheit erfreut.

Football ist in den USA König. Das machen alleine die TV-Einschaltquoten deutlich. Die diesjährigen Finalspiele der Basketball-Liga NBA sahen laut Sports Media Watch im Durchschnitt 12,4 Millionen Zuschauer. Die Finalspiele der Eishockey-Liga NHL 4,59 Millionen. Baseball ist nochmal ein gutes Stück darunter. Und die NFL? Die hatte allein beim Eröffnungsspiel vor knapp zwei Wochen 19,94 Millionen Zuschauer. Das erste Prime-Time-Spiel am Sonntagabend kam auf 23,3 Millionen. Selbst am Sonntagmittag, wenn mehrere Spiele parallel laufen, hatte eine Partie am ersten Spieltag 18,55 Millionen Zuschauer. Wir reden von der regulären Saison, nicht von Play-offs und schon gar nicht vom Super Bowl. Den sahen 2022 über 112 Millionen Menschen - nur in den USA.

Warum das so ist, wird deutlich, wenn man sich die nun abgelaufenen ersten beiden Spieltage ansieht und das unglaubliche Spektakel, den dieser Sport Woche für Woche, Spiel für Spiel mit sich bringt. Oft wird außerhalb der USA kritisiert, American Football sei langweilig, weil es so viele Unterbrechungen gebe. Wer den Sport wirklich versteht, der sieht das zurecht anders - und der wird ab September bis Februar in seinen Bann gezogen.

Am vergangenen Sonntag waren die Cleveland Browns in ihrem Heimspiel gegen die New York Jets zwei Minuten vor Spielende davongezogen, 30:17 stand es. Hier geriet Clevelands Kicker Cade York ein wenig in den Mittelpunkt. Der war erst in diesem Jahr vom College nach Cleveland gekommen und hatte die Browns am ersten Spieltag in Carolina noch mit einem erfolgreichen Schuss durch die Torstangen zum Sieg verholfen - aus 58 Yards, einer stattlichen Distanz. Jetzt hatte der Held der Vorwoche nach dem Touchdown kurz vor Schluss aber den so genannten Extrapunkt verschossen, der aus gerade einmal 33 Yards gekickt wird. Eigentlich kein Problem. Es sollte Folgen haben.

Dieser fehlende Punkt sorgte dafür, dass die New York Jets am Ende gewannen. Denn durch noch zwei Touchdowns in nur zwei Minuten mit jeweils erfolgreichem Extrapunkt kamen sie auf insgesamt 31 Zähler. Hätte York zuvor nicht verschossen, wäre es zumindest in die Verlängerung gegangen. Die Schuld des Kickers war die Pleite der Browns dennoch natürlich nicht: Sie ließen es zu, dass die Jets sich nach dem Touchdown zum 24:30 den Ball per Onside Kick direkt zurückeroberten, anstatt ihn wie üblich zuerst an die Browns abzugeben, die dann das Spiel hätten beenden können. Ein Onside Kick klappt in vier Prozent aller Fälle. Dass die Jets dieses Spiel noch drehen konnten, grenzt an ein Wunder.

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Doch das war nicht alles. Die Baltimore Ravens spielten die Miami Dolphins drei Viertel lang an die Wand und führten 35:14, bevor sie im Schlussakt plötzlich noch 28 Punkte kassierten und 38:42 verloren. Super-Bowl-Teilnehmer Cincinnati Bengals trat als haushoher Favorit bei den Dallas Cowboys an, bei denen Star-Quarterback Dak Prescott fehlte, und verlor 17:20. Die ebenfalls klar favorisierten Indianapolis Colts gingen bei den Jacksonville Jaguars 0:24 baden. Die Arizona Cardinals lagen bei den Las Vegas Raiders zur Pause 0:20 hinten und gewannen am Ende 29:23 nach Verlängerung. Und so weiter. Alles nur am zweiten Spieltag.

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In nur zwei Wochen gab es in der NFL viele Highlights und reichlich Drama. Es gibt gerade mal sechs Teams (von 32) die beide Spiele gewinnen konnten. Durch die Gehaltsobergrenze und viele weitere Regeln schafft es die NFL wie keine andere Liga, für Ausgeglichenheit und Chancengleichheit zu sorgen. Teams können in einem Jahr den Super Bowl holen und im nächsten die Play-offs verpassen. Und umgekehrt. Woche für Woche gibt es knappe Spiele oder sensationelle Aufholjagden. Deshalb gewinnt die NFL auch in Deutschland immer weiter an Beliebtheit. Am 13. November ist das Spektakel dann auch hierzulande live zu sehen, wenn in München die Tampa Bay Buccaneers auf die Seattle Seahawks treffen.