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Köln: Köln: Massenschlägerei vor Freundschaftsspiel gegen Schalke

Köln : Köln: Massenschlägerei vor Freundschaftsspiel gegen Schalke

Mitten in der Innenstadt gingen bis zu 200 Fans aufeinander los. Ein 40-Jähriger wurde dabei lebensgefährlich verletzt.

Es sollte ein Freundschaftsspiel werden, doch schon vor dem Anpfiff der Partie zwischen dem 1. FC Köln und Schalke 04 (2:1) war von Verbundenheit nicht mehr viel zu spüren. Gegen 14.45 Uhr gingen am Samstagnachmittag am Rudolfplatz — mitten in der Kölner Innenstadt gelegen — hunderte Fans in einer Massenschlägerei aufeinander los. Dabei wurde ein Gelsenkirchener Fan schwer am Kopf verletzt. Der 40-Jährige schwebte in Lebensgefahr, ist aber nach einer Notoperation mittlerweile stabil. Unklar ist weiterhin, ob auch Waffen zum Einsatz kamen. Augenzeugen hatten berichtet, der Mann sei mit einem Gegenstand zu Boden geschlagen worden.

"Wir gehen nach ersten Ermittlungen von 100 bis 200 Personen aus", sagte eine Sprecherin der Kölner Polizei gestern. Ob es sich um eine Zufallsbegegnung der Fan-gruppen oder um ein verabredetes Treffen handelte, konnte sie noch nicht sagen. Ungewöhnlich sei aber der Rahmen am Rande eines Freundschaftsspiels.

Dortmunder Medien zufolge sollen auch Mitglieder der BVB-Ultra-Gruppe "Desperados" an dem Vorfall beteiligt gewesen sein. 15 von ihnen seien von der Polizei festgenommen worden. Die Kölner Polizei konnte eine Dortmunder Beteiligung gestern noch nicht bestätigen. Der BVB gewann am Samstag in einem Testspiel beim Zweitligisten Kaiserslautern 3:1.

Der Leiter der Dortmunder Bundespolizei-Inspektion, Oliver Humpert, sagte im Gespräch mit den "Ruhrnachrichten", er erkenne in den Ausschreitungen "einen Rückschritt in Hooligan-Zeiten". Die Hooligan-Szene, die vor allem in den 80er Jahren stark aktiv war, interessiert sich im Gegensatz zu den Ultra-Fans weniger für den Fußball, ihnen geht es vor allem um Gewalt.

Auf dem zeitgleich in Berlin stattfindenden zentralen Fankongress sorgten die Nachrichten aus Köln für Entsetzen. Die Täter von Köln seien "Leute, die wir nicht erreichen und die sich nicht erreichen lassen wollen", sagte Jakob Falk von der Organisation "Pro Fans". Auch Andreas Rettig, Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga, fand ernüchternde Worte: "Diese Vögel werden wir mit keinem Konzept der Welt einfangen."

In Köln ermittelt nun eine Mordkommission weiter. Sie wird auch Videomaterial der Überwachungskameras der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) auswerten. Der Rudolfplatz ist komplett videoüberwacht. Zudem wurden Handys be schlagnahmt.

(RP)