Juventus Turin: Cristiano Ronaldo verlässt das Stadion vor Schlusspfiff

Gekränkter Superstar : Ronaldo flieht nach Auswechslung aus dem Stadion

Juventus Turin hat Ärger mit Cristiano Ronaldo. Der Superstar ärgerte sich maßlos über seine erneute Auswechslung - und verließ das Stadion noch vor dem Schlusspfiff.

Bei Cristiano Ronaldo brach mal wieder die Diva durch. Viel zu kurz war in seinen Augen der Einsatz im Heimspiel gegen den AC Mailand gewesen. Also stapfte der Superstar von Juventus Turin nach nur 55 Minuten wütend in die Kabine, frisierte sich nach dem Duschen noch schnell die Haare und suchte dann eilig das Weite - seine Teamkollegen hatten den 1:0-Erfolg im Prestigeduell da noch gar nicht über die Zeit gebracht.

Drei Minuten vor Ende des Spiels verließ der 34-Jährige laut Sky Sport Italia das Stadion. Es war ein Affront gegen die Mitspieler und Trainer Maurizio Sarri, den sich wohl nur ein fünfmaliger Weltfußballer erlauben kann. "Wenn er mit mir wütend ist, ist es normal", sagte Sarri, der Ronaldo zum zweiten Mal nacheinander auswechselte. Schon im Champions-League-Spiel der Alten Dame bei Lokomotive Moskau (2:1) hatte der 60-Jährige seinen Torjäger vorzeitig vom Feld genommen.

Für Ronaldo kam die neuerliche Auswechslung offenbar einer Majestätsbeleidigung gleich. Sarri bekam dessen Frust zu spüren. "Der wütende Ronaldo! CR7 reagiert verärgert auf die Auswechslung", schrieb Tuttosport und vernahm "ein giftiges Wort auf Portugiesisch in Richtung Sarri." Corriere dello Sport lobte Sarris "Mut", Ronaldo zweimal in Folge zu ersetzen.

Ronaldo selbst ging am Montag nicht weiter auf seine Flucht aus dem Stadion ein. "Schwieriges Match, wichtiger Sieg", schrieb er auf Instagram. Einen weiteren Kommentar sparte sich Ronaldo. Für Sarri, der nach Spielschluss nach eigener Aussage noch nichts von Ronaldos Verschwinden wusste, lagen die Gründe für seine Entscheidung auf der Hand: Ronaldo ist schlichtweg nicht fit.

Man müsse dem Portugiesen deshalb dankbar sein, "er hat sich zur Verfügung gestellt, obwohl er nicht in bester Verfassung ist. Er hat in den letzten Monaten leichte Probleme mit seinem Knie". Ronaldo habe im Oktober im Training einen Schlag abbekommen und seither "einige Schmerzen an der Wade und an den Adduktoren. Das beeinflusst ihn", sagte Sarri. Mit Ronaldos Alter hätten dessen Probleme nichts zu tun.

Sanktionen muss Ronaldo wohl nicht befürchten. "Wenn es wahr ist, dann ist das ein Problem, dass er mit seinen Teamkollegen lösen muss", sagte Sarri. Diese schienen Ronaldo den Fehltritt zu verzeihen. Der für Ronaldo eingewechselte Paulo Dybala, der den späten Siegtreffer (77.) erzielte, versuchte die Wogen zu glätten.

"Die Mannschaft und ich haben einen perfekten Abend erlebt. Wichtig ist es zu gewinnen, unabhängig von demjenigen, der trifft. Wir müssen um jeden Preis gewinnen, um unser erstes Ziel, den Meisterschaftstitel, zu erreichen", sagte Dybala. Böse Worte für Ronaldo fand er nicht.

(ako/sid)