Fortuna Düsseldorf: Elfmeterkiller Wolf hat Schützen gelesen

Fortunas Elfmeterkiller Wolf: "Ich habe ihn gelesen"

Alle Fortunen dankten nach dem 1:0 gegen Sandhausen einem Mann: Raphael Wolf. Mit solchen Leistungen macht es der Torhüter seinem Trainer schwer, ihn aus der Startelf zu nehmen.

André Hoffmann schüttelt energisch den Kopf. Als dem Verteidiger nach dem 1:0 seiner Fortuna gegen Sandhausen die Rolle des Matchwinners angetragen wird, widerspricht er vehement. "Nein, auf keinen Fall", sagt Hoffmann. Der Siegtorschütze hat einen anderen Kandidaten im Kopf: Raphael Wolf. Mit mehreren Glanztaten und vor allem seinem dritten gehaltenen Elfmeter in dieser Saison sicherte der Torhüter den knappen Vorsprung und sorgte so dafür, dass der Spitzenreiter trotz mäßiger Leistung den vierten Sieg in Folge feiern konnte.

Wolf und die Strafstöße — das ist eine dieser Episoden, warum Fortuna Düsseldorf in dieser Saison zum ganz engen Kreis der Aufstiegsanwärter zählt. Bereits beim 3:1 gegen Duisburg und beim 2:2 in Kiel (auch wenn in diesem Fall der Nachschuss drin war) war der 29-Jährige Sieger im Duell vom Punkt. Gegen Sandhausen verpasste Wolf dem Schützen Tim Kister sogar die Höchststrafe: Er hielt den schwach ins linke Eck geschobenen Ball fest und lief anschließend ganz locker mit dem Ball im Arm durch den Strafraum.

"Ich habe ihn gelesen. Ich gucke auf ein paar Sachen", sagte Wolf zur Szene in der 74. Minute. Die Nachfrage, welche Sachen das denn seien, wollte er aber aus taktischen Gründen nicht beantworten. "Das verrate ich nicht. Sonst stellen die Gegner sich beim nächsten Mal darauf ein. Dann sage ich das und halte die nächsten fünf Elfmeter nicht." Nur so viel: "Es ist eine Mischung aus Instinkt und Videoanalysen. Ich versuche möglichst lange zu stehen und beim Schützen was zu erkennen."

Bereits zu seiner Zeit in Österreich beim SV Kapfenberg habe er "einige Elfmeter gehalten". Bei Werder Bremen habe er in der Bundesliga hingegen aber "nur einen von vier" gehalten. "Nur", betonte er und unterstreicht damit seinen Anspruch beim Elfmeter-Duell. Dabei liegt Wolf damit genau im Schnitt: Die Quote der verwandelten Elfmeter im Fußball beträgt rund 77 Prozent.

Wolfs Anteil am Sieg gegen Sandhausen nur auf den gehaltenen Strafstoß zu reduzieren, würde seiner Leistung aber nicht gerecht. Vor allem in der Schlussphase zeigte der gebürtige Münchener seine Klasse auf der Linie in unterschiedlicher Form. Gegen José Pierre Vunguidica machte er sich groß, parierte mit stoischer Ruhe. Und als André Hoffmanns Kopfball Richtung Eigentor unterwegs war, reagierte Wolf per blitzschnellem Hechtsprung. "André hatte wohl Geschmack am Tore schießen gefunden. Aber nicht mit mir", sagte Wolf lächelnd.

"Kann mich an einen solchen Rückrundenstart nicht erinnern"

Mit solchen Leistungen betreibt Wolf mächtig Werbung in eigener Sache. Trainer Friedhelm Funkel wird bei der Rückkehr des verletzten Stammtorhüters Michael Rensing (Rippenbruch) die nächste schwierige Personalentscheidung treffen müssen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Wolf hält Elfmeter von Kister fest

(erer)