Tod von Michael Klein: Friedhelm Funkel ist noch immer tief betroffen

Tod von Michael Klein: Friedhelm Funkel ist noch immer tief betroffen

Heute vor 25 Jahren starb der rumänische Fußball-Nationalspieler Michael Klein beim Training in der Halle am Löschenhofweg.

Nach einem einwöchigen Trainingslager in Portugal und zwei freien Tagen hatte Uerdingens Trainer Friedhelm Funkel am 2. Februar 1993, zwei Wochen vor dem Rückrundenauftakt, eine leichte Regenerationseinheit angesetzt. Da passierte das Unfassbare: Der rumänische Fußballprofi Michael Klein - damals 33 Jahre alt - brach plötzlich zusammen und starb noch in der Sporthalle am Löschenhofweg. Am Ende dieses Dienstags war nichts mehr, wie es vorher war.

In der Halle vor Ort war RP-Sportredakteur Hans-Gerd Schoofs. "Ich kannte diesen bescheidenen Sportler persönlich", erinnert sich Schoofs. "Ich sehe ihn noch heute vor mir, wie er die angeordneten Dehnübungen absolviert." Die Übungseinheit selbst leitete Co-Trainer Armin Reutershahn, Funkel saß im angrenzenden Büro. Als Reutershahn seinen Chef alarmierte, waren die Notärzte aus dem benachbarten Bayerwerk schon gerufen, binnen Minuten war die bestmögliche notärztliche Hilfe vor Ort. Doch blieb der erhoffte Erfolg versagt. Auch im Uerdinger Krankenhaus konnte nur noch der Tod des Spielers festgestellt werden. Todesursächlich war ein verschleppter Lungeninfekt, der ein Herz- und Kreislaufversagen verursachte. Seine Todesumstände führten zu einer intensiveren medizinischen Überwachung von Leistungssportlern.

"Für mich als damals junger Trainer - ich war damals erst zwei Jahre im Amt - war das ein unfassbarer Schock, den ich erst im Laufe der Jahre verarbeitet habe", sagt Funkel heute. "Wenn ich jetzt daran erinnert werde, ist alles sofort wieder präsent." Das viertel Jahrhundert, das seitdem vergangen ist, hat in dem heutigen Trainer von Fortuna Düsseldorf aber auch eine andere Erkenntnis reifen lassen. "Zwei Mannschaften, die im Abstiegskampf stecken, spielen gegeneinander und es wird von einem Schicksalsspiel gesprochen. Ein Trainer wird entlassen und es heißt, was für ein Schicksal. Das gehört in diesem Gewerbe dazu. Das, was Michael Klein und insbesondere seiner Familie widerfahren ist, das ist Schicksal", sagt der heute 64-jährige und man spürt förmlich seine Empathie.

  • Fortuna Düsseldorf : Matchwinner Rouwen Hennings kehrt zurück
  • Fortuna empfängt Sandhausen : Angstgegner kommt zum Spitzenspiel

Getroffene dieses Schicksalsschlages waren Ehefrau Adriana und die damals erst 18 Monate alte Tochter Dominique. Die aparte schwarzhaarige Frau, die heute in der Medienbranche arbeitet, tut sehr viel für das Andenken ihres Vaters, hat das fast zur Lebensaufgabe gemacht. 2013, zum 20. Todestag veröffentlichte sie einen Film, im Jahre 2015 begleitete sie das Buchprojekt, das den Vater würdigt.

Aber auch so ist das Ausmaß des Gedenkens und der Erinnerung, das der 90-fache rumänische Nationalspieler in seiner Heimatstadt Hunedoara (Siebenbürgen) genießt, unvorstellbar groß. 40.000 Menschen wohnten seiner Beerdigung bei - darunter auch seine Uerdinger Kameraden, Kapitän Heiko Peschke und Torwart Bernd Dreher. Das Stadion seines Heimatvereins Corvinul Hunedoara trägt seinen Namen, am Eingang erinnert eine lebensgroße Statue und Jahr für Jahr gibt es am Todestag eine Gedenkfeier. Die fällt in diesem Jahr besonders groß aus. Sie startete gestern mit einem Presseempfang und gipfelt heute um 15.30 Uhr im Benefizspiel zwischen der Mannschaft von Hunedoara von 1980 und der rumänischen Nationalmannschaft von 1990.

(RP)