In Kenia Marathon-Weltrekordhalter Kiptum stirbt bei Autounfall

Update | Nairobi/Eldoret · Im Oktober 2023 stellte Kelvin Kiptum einen Fabel-Weltrekord im Marathon auf. Bei einem Autounfall ist der Kenianer nun ums Leben gekommen.

Kelvin Kiptum aus Kenia feiert seinen Weltrekordsieg beim Chicago-Marathon im Grant Park von Chicago. Nach Angaben eines Sportlerkollegen starb Kiptum am späten Sonntag bei einem Autounfall in Kenia.

Kelvin Kiptum aus Kenia feiert seinen Weltrekordsieg beim Chicago-Marathon im Grant Park von Chicago. Nach Angaben eines Sportlerkollegen starb Kiptum am späten Sonntag bei einem Autounfall in Kenia.

Foto: dpa/Eileen T. Meslar

Der Marathon-Weltrekordhalter Kelvin Kiptum ist tot. Der Kenianer starb im Alter von 24 Jahren am späten Sonntagabend bei einem Autounfall in seinem Heimatland, wie Familienangehörige und die Polizei kenianischen Medien zufolge bestätigten. Auch die Nachrichtenagentur AP berichtete unter Berufung auf einen befreundeten Athleten von dem Tod.

Kiptum habe am Steuer des Wagens gesessen, der gegen 23.00 Uhr Ortszeit in Kaptaget im südwestlichen Hochland Kenias von der Straße abkam - einer Region, in der viele kenianische Langstreckenläufer trainieren.

In dem Fahrzeug saßen außerdem Kiptums aus Ruanda stammender Trainer Garvais Hakizimana sowie eine Begleiterin. Hakizimana kam bei dem Unfall ebenfalls ums Leben, die Frau wurde nach Polizeiangaben schwer verletzt. Es habe keine weiteren beteiligten Fahrzeuge gegeben. Nach ersten Ermittlungen hatte Kiptum die Kontrolle über das Fahrzeug verloren, kam von der Straße ab und kollidierte mit einem Baum, ehe der Wagen 60 Meter weiter in einem Graben landete, zitierte die Zeitung „Daily Nation“ den zuständigen Polizeivertreter Peter Mulinge .

Der kenianische Präsident William Ruto hat Kiptum als Ausnahmesportler gewürdigt. „Er war nur 24 Jahre alt, ein Held. Seine mentale Stärke und seine Disziplin waren unerreicht“, schrieb Ruto am Montag auf der Plattform X, vormals Twitter. Der Topathlet sei die Zukunft gewesen. Kiptum habe einen außergewöhnlichen Abdruck auf dem Globus hinterlassen, schrieb Ruto über den Weltrekordhalter. Kiptum habe Grenzen durchbrochen, um einen Marathonrekord zu sichern, schrieb Ruto.

Der 24 Jahre alte Kiptum hatte nach Polizeiangaben am Steuer des Wagens gesessen, der gegen 23.00 Uhr Ortszeit in Kaptaget im südwestlichen Hochland Kenias von der Straße abkam - einer Region, in der viele kenianische Langstreckenläufer trainieren. Auch Kiptum stammte aus der Region um Eldoret, in der die bekanntesten und erfolgreichsten Marathonläufer des ostafrikanischen Landes zu Hause sind.

Leichtathletik-Weltverbandspräsident Sebastian Coe äußerte sich „geschockt und tief traurig“. „Ein unglaublicher Athlet hinterlässt ein unglaubliches Vermächtnis, wir werden ihn sehr vermissen“, schrieb der Brite (67) bei Twitter, vormals X.

Marathon-Star Eliud Kipchoge hat mit Bestürzung auf den plötzlichen Tod seines kenianischen Landsmanns reagiert. Er sei „zutiefst betrübt über den tragischen Tod des Marathon-Weltrekordhalters und aufsteigenden Stars“, schrieb Kipchoge in einem Post, den er in den Sozialen Medien teilte.

Im vergangenen Oktober hatte Kiptum den damaligen Weltrekord von Kipchoge in Chicago pulverisiert, in 2:00:35 Stunden war er 34 Sekunden schneller als sein Landsmann und war als erster Mensch einen offiziellen Marathon unter 2:01:00 Stunden gelaufen. Kiptum hatte dabei erst seinen insgesamt dritten Marathon bestritten. Er hatte nach Angaben des Weltverbands im Alter von 13 Jahren mit dem Laufsport begonnen.

In Valencia hatte Kiptum im Dezember 2022 einen inoffiziellen Debüt-Weltrekord von 2:01:53 Stunden erreicht, dann gewann er sensationell den London-Marathon in 2:01:25 Stunden. Der Wunderläufer hatte danach direkt angekündigt, dass er den Weltrekord angreifen möchte. Dies gelang ihm am 8. Oktober in Chicago.

Kipchoge bezeichnete Kiptum als „einen Sportler, der noch ein ganzes Leben vor sich hatte, um unglaubliche Leistungen zu vollbringen. Ich spreche seiner jungen Familie mein tiefstes Beileid aus.“

(dpa/sid/stja)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort