Fortuna Düsseldorf: Als Joel Pohjanpalo zum "Party-König" wurde

Leverkusener Ex-Fortune: Als Pohjanpalo zum „Party-König“ wurde

Am Sonntag tritt Fortuna in Leverkusen (18 Uhr) an. Bei Bayer steht der verletzte Ex-Fortune Joel Pohjanpalo unter Vertrag. Neben vielen Toren ist den Düsseldorfern vor allem seine Disco-Leidenschaft im Gedächtnis hängengeblieben.

Es ist März 2016. Fortuna steckt mitten im Abstiegskampf in der zweiten Fußball-Bundesliga. An einem Freitagabend verliert das Team von Trainer Marco Kurz mit 0:1 in Karlsruhe. Die Düsseldorfer rutschen auf den 16. Tabellenplatz ab. Joel Pohjanpalo sitzt an diesem Tag nur auf der Bank und denkt sich nach der Rückkehr in die Landeshauptstadt, dass es eine gute Idee ist, noch ein bisschen feiern zu gehen. Der damals 21-Jährige besucht seine Lieblingsdisko „Rudas Studios“ im Medienhafen – angeblich bis 3 Uhr. Was folgt ist ein Eklat, über den im Rückblick aber geschmunzelt werden darf.

Pohjanpalo wird aus disziplinarischen Gründen für eine Woche freigestellt, muss mit der U23 trainieren und 15.000 Euro Strafe an den Verein zahlen. „Joel hat durch sein Verhalten dem Verein und seinen Mannschaftskollegen geschadet“, sagt der damalige Sportdirektor Rachid Azzouzi. Pohjanpalo wird im Boulevard in den folgenden Tagen nur noch „Party-König“ und „Disco-Finne“ genannt.

Es wird aber noch wilder: „Rudas Studios“ erteilt allen Spieler von Fortuna ein Hausverbot. Begründung: Schlechte sportliche Leistungen. „Aber jetzt ist dieses charakterlose Gekicke einfach nicht mehr zu ertragen“, heißt es in der Mitteilung bei Facebook. Mit Pohjanpalos Ausflug soll das nicht in direktem Zusammenhang stehen. Auf Nachfrage unserer Redaktion sagt Geschäftsführerin Nicole Weber: „Die Leistung bei den jüngsten Spielen war der Anlass, es ging uns nicht um einzelne Spieler."

Mathis Bolly soll am Samstag nach dem Karlsruhe-Spiel dennoch vor dem Club stehen. Laut „Express“ wollte der Ivorer plötzlich nicht mehr rein, als seine Kumpel ihm das Posting gezeigt habe. Er soll seiner Freundin gesagt haben: „Da gehe ich jetzt lieber nach Hause, feier’ du trotzdem schön.“ Er wollte angeblich keinen Ärger mit der Security haben und zog von dannen.

Knapp zwei Wochen später ändert sich die Gemengelage. Marco Kurz wird nach einem 0:1 in Sandhausen entlassen, Friedhelm Funkel als Trainer engagiert. Der erfahrene Coach begnadigt Pohjanpalo, nimmt ihn wieder in den Kader auf. Die Leverkusener Leihgabe verspricht: „Ich habe einen Fehler gemacht. Nach drei Niederlagen feiern zu gehen, war unprofessionell. Es war der falsche Moment. Aber das ist jetzt Vergangenheit. Die nächste Party gibt´s erst beim Klassenerhalt!“ Pohjanpalo erzielt sein 13. und letztes Tor im Fortuna-Trikot beim 1:2 in Duisburg. Doch am Ende hält Fortuna die Klasse und die ganze Stadt feiert. Es ist der Startpunkt der Düsseldorfer Erfolgsgeschichte, die bis heute anhält.

Am Sonntag könnte es nun theoretisch auch auf dem Platz zum Wiedersehen von Funkels Fortuna und Pohjanpalo in der Bundesliga kommen. Doch der Stürmer fällt seit knapp einem Jahr mit einer Durchblutungsstörung im rechten Sprungbein aus. Immerhin kann er mittlerweile ohne Krücken gehen. Seine Rückkehr auf den Trainingsplatz dauert aber sicher noch eine Weile. Bei den Düsseldorfer Anhängern wird der beliebte Finne aber sicher dennoch Erinnerung bleiben.

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