KFC Uerdingen: Heimspiele in Düsseldorf und Wattenscheid im Gespräch

Erneuter Umzug im Gespräch : KFC Uerdingen plant Heimspiele in Düsseldorf oder Wattenscheid

Der Fußball-Drittligist wird seine Heimspiele in der kommenden Saison höchstwahrscheinlich nicht mehr in Duisburg austragen. Als alternative Spielorte werden Wattenscheid und Düsseldorf favorisiert.

Der KFC Uerdingen ist mit der Schauinsland-Reisen-Arena nie warm geworden. Jetzt deutet vieles darauf hin, dass er dem Spielort Duisburg im Sommer den Rücken kehrt. „Wir führen derzeit Gespräche“, bestätigt Mikhail Ponomarev und lüftet unserer Redaktion exklusiv seinen Geheimplan: „Eine Möglichkeit ist, dass wir zweigleisig planen. Sollten wir in der Dritten Liga bleiben, könnten wir unsere Heimspiele in Wattenscheid austragen. Sollten wir in der nächsten Saison in der Zweiten Liga spielen, könnten wir in einem Bundesligastadion spielen, zum Beispiel in Düsseldorf.“

Die Entscheidung fällt in den nächsten zwei Wochen, denn am 1. März müssen die Unterlagen für das Lizenzierungsverfahren beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) vorliegen. „Bis dahin wissen wir mehr“, sagt Ponomarev, der zuversichtlich ist, eine gute Lösung zu finden. „Wir konnten uns darüber in Ruhe Gedanken machen und Gespräche führen. Vor einem Jahr war der Zeitdruck enorm groß.“

Damals wusste der KFC nicht, in welcher Liga er spielt und wie lange die Sanierung der Grotenburg-Kampfbahn dauern wird. Inzwischen ist klar, dass das Krefelder Stadion frühestens im Spätsommer 2020 wieder zur Verfügung steht. Die Arena soll nicht nur notdürftig für elf Millionen Euro saniert, sondern auf Zweitliganiveau gebracht werden. Das Projekt, das rund 40 Millionen Euro kosten dürfte, wollen Stadt und Verein gemeinsam stemmen.

Mit der Situation in Duisburg ist aber nicht nur der KFC unzufrieden, sondern auch seine Anhänger fremdeln mit der dortigen Arena. Das zeigen zum Beispiel die Zuschauerzahlen. Mit 5.000 bis 7.000 Besuchern hatten die Uerdinger pro Heimspiel in der Dritten Liga kalkuliert. Bislang kamen im Schnitt nur 4.030 Zuschauer. Damit liegen die Krefelder in dem Ranking auf Platz 15. Und selbst wenn der angepeilte Schnitt in der Rückrunde dank der Spitzenspiele gegen Osnabrück und Karlsruhe, der Westduelle gegen Münster und Köln sowie weiterer attraktiver Gegner wie Kaiserslautern und Braunschweig noch erreicht werden sollte, so kann der KFC mit dem Ausweichquartier nicht zufrieden sein.

Es sind aber nicht nur die enttäuschenden Zuschauerzahlen in Duisburg, die den KFC wenig fröhlich stimmen. Es sind auch viele Kleinigkeiten, die nicht optimal funktionieren: sei es die An- und Abreise, der arg ramponierte Rasen oder die defekten Aufzüge im Stadion, die in dieser Saison nicht ein einziges Mal intakt waren. So kann es nicht verwundern, dass der KFC seit Wochen ernsthaft über alternative Austragungsorte seiner Heimspiele nachdenkt.

Dass der Spielort Wattenscheid für die Krefelder Fußballanhänger noch ein Stück weiter entfernt ist als Duisburg, weiß Ponomarev natürlich. „Für die Fans ist das nicht so gut“, sagt er verständnisvoll. „Da werden wir unser Möglichstes tun. Aber wir müssen wirtschaftlich arbeiten. Das ist aber mit diesen Zuschauerzahlen in Duisburg schwer möglich.“

Der KFC-Präsident lässt sich nur ungern in die Bücher schauen, doch dass Duisburg ein Zuschussgeschäft ist, leuchtet ein. Schließlich fällt nicht nur eine üppige Stadionmiete an, sondern es muss zum Beispiel auch für den Sicherheitsdienst und das Catering in Umfängen gezahlt werden, die eigentlich so nicht benötigt werden.

Dass der erwartete Zuschauerschnitt in dieser Saison noch erreicht wird, davon ist Ponomarev überzeugt. „Jedes Heimspiel ist attraktiv und eine eigene Geschichte“, sagt er. Das nächste steigt am Montag, 25. Februar, um 19 Uhr, gegen Preußen Münster – in der Schauinsland-Reisen-Arena in Duisburg.

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