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Fortuna Düsseldorf: 1:2 — Fortuna wird in der Nachspielzeit geschockt

Fortuna Düsseldorf : 1:2 — Fortuna wird in der Nachspielzeit geschockt

Fortuna Düsseldorf hat gegen Eintracht Braunschweig einen bitteren Rückschlag hinnehmen müssen. Das Team von Trainer Oliver Reck verlor durch ein Gegentor in der Nachspielzeit 1:2 (0:0).

Oliver Reck liebt Überraschungen. Manchmal sogar so sehr, dass er damit auch Fortuna Düsseldorfs Spieler und Offizielle zum ratlosen Achselzucken bringt. So wie am Dienstagabend im Zweitligaspiel bei Eintracht Braunschweig: Dass der Trainer Joel Pohjanpalo auf die Bank setzen würde, obwohl Fortunas bester Torschütze seine Adduktorenprobleme überwunden hatte, war allgemein noch erwartet worden. Zusätzlich ließ Reck jedoch Top-Torjäger Charlie Benschop draußen, obwohl der nicht verletzt war — und der freiwillige Verzicht auf 18 erzielte Saisontreffer ließ die meisten Betrachter mit einem Fragezeichen im Gesicht zurück. Das Ergebnis schließlich ebenso: Trotz einer engagierten Leistung verloren die Düsseldorfer mit 1:2, weil sie in der Nachspielzeit einen Moment lang unachtsam waren und so Abwehrspieler Benjamin Kessel den Siegtreffer ermöglichten.

Nicht nur die Besetzung der Sturmposition durch Jimmy Hoffer war unerwartet. Auch seine Vierer-Abwehrkette stellte Fortunas Trainer gegenüber dem 2:0-Erfolg beim FSV Frankfurt am Samstag um. Axel Bellinghausen, der wegen Beschwerden an seinem operierten Knie die Trainingseinheiten nach dem FSV-Spiel verpasst hatte, machte in der Startelf Platz für Bruno Soares. Der Brasilianer rückte jedoch in die Innenverteidigung, so dass Kapitän Adam Bodzek Bellinghausens Rolle als Linksverteidiger übernahm.

Schon früh in der Partie war zu erkennen, dass die Braunschweiger Fortunas Aufstellung bestens studiert hatten. Beinahe jeder Angriff, den die Blau-Gelben inszenierten, lief über die linke Düsseldorfer Seite — Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht hatte ganz offensichtlich den üblicherweise im Zentrum agierenden Bodzek als potentiellen Schwachpunkt ausgemacht. Tatsächlich war dem 29-Jährigen bei allem Einsatz zunächst anzumerken, dass ihm die Routine auf der Außenbahn fehlte, so dass die Gastgeber mehrfach zu Flanken in den Strafraum kamen. Mit einer Ausnahme, als Salim Khelimi Fortunas Schlussmann Lars Unnerstall mit seinem Schuss zum Nachfassen zwang, waren die Bemühungen des Bundesliga-Absteigers jedoch ergreifend harmlos. Und da die Düsseldorfer ohne ihre besten Angreifer ebenfalls offensiv blass blieben, ließ die Partie bis zur Pause viele Wünsche offen.

Das hatte offenbar auch Reck so gesehen, denn mit dem Wiederbeginn warf er Pohjanpalo doch ins Rennen. Weichen musste für den Finnen Michael Liendl, obwohl der Österreicher besser gespielt hatte als in den Wochen zuvor. Später brachte der Coach auch noch Benschop für den bemühten, aber wirkungslosen Hoffer — ein eindeutiges Zeichen für mehr Offensive.

Das Tor machten dennoch die Braunschweiger. Unnerstall sah bei Havard Nielsens Schuss, der ihm zwischen den Beinen durchrutschte, schlecht aus. Doch die Gäste gaben die richtige Antwort: Nach einem Pfostenkopfball Pohjanpalos drückte Ben Halloran den Ball zum 1:1 über die Linie. Das sah schon wie ein sicherer Punktgewinn aus, doch Kessels Treffer in der Nachspielzeit riss die Düsseldorfer aus allen Träumen.

Bitter für Fortuna zudem, dass Sergio Pinto kurz nach der Pause die fünfte Gelbe Karte sah. Der Deutsch-Portugiese, einer der wichtigsten Akteure in Recks System, muss daher im letzten Spiel vor der Winterpause am Freitag gegen Union Berlin pausieren.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Eintracht Braunschweig - Fortuna

(jol)