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Borussia Mönchengladbach: Borussias Gerüchteküche

Borussia Mönchengladbach : Borussias Gerüchteküche

Der neuerliche Reichtum macht aus dem Fußball-Bundesligisten ein Hort der Spekulationen um neue Spieler. An vielen Gerüchten ist jedoch nur wenig dran. Manager Eberl versucht mit viel Mühe, Geheimhaltung zu wahren.

Sommerzeit ist Gerüchtezeit. Goldene Regel im Fußball. Hat ein Verein jedoch Geld — wie Borussia — dann scheint die Liste der potenziellen Star-Einkäufe plötzlich schier unendlich. Gerade in Zeiten der Internetforen wird jede noch so kleine Meldung einer noch so unbedeutenden ausländischen Zeitung zu einem großen Gerücht aufgebauscht.

Beispiel Roland Juhász. Der ungarische Innenverteidiger des RSC Anderlecht kokettiert in den Medien seines Heimatlandes damit, dass er drei Angebote bekommen haben will — darunter eins von Borussia. Max Eberl jedoch weiß von nichts: "Ich habe ihm kein Angebot gemacht", sagt Borussias Sportdirektor. Um im nächsten Satz aber sofort nachzufügen, "dass ja jeder weiß, dass wir einen Innenverteidiger suchen". Das darf nun jeder so interpretieren, wie er es möchte.

So geistern in der Gerüchteküche rund um Borussia viele Namen herum. Abwehrspieler gefällig? Felipe Santana aus Dortmund (will Favre nicht), der andere Felipe aus Lüttich (da kam auch Dante schon her), besagter Juhász oder Mapou Yanga-Mbiwa (will laut seinem Berater nach Deutschland, angeblich ist er zu teuer, angeblich will ihn aber auch Dortmund).

Im Sturm ist das Schauspiel ähnlich. Luuk de Jong ist Wunschkandidat Nummer eins — mit einem entsprechenden Preiskärtchen. Auch David Hoillet von den Blackburn Rovers soll quasi sicher auf dem (fast ablösefreien) Weg nach Deutschland sein — sich jedoch nur noch nicht so wirklich zwischen Borussia und Werder Bremen entscheiden können.

Auch Raffael von Hertha BSC ist in der Verlosung, kostet aber. Bleibt als Gerücht noch Bas Dost, Torjäger des SC Heerenveen. Der wird jedoch definitiv nicht nach Gladbach wechseln, wie sein Berater bestätigte: "Es gibt drei interessante Vereine — Mönchengladbach ist nicht dabei."

Inzwischen holte Eberl ausgerechnet Peniel Mlapa — ein Spieler, der bei keinem so richtig auf dem Zettel stand. Ein Umstand, der Eberl stolz macht. "Wir haben es geschafft, den Transfer heimlich über die Bühne zu bringen", sagt er stolz. Verschwiegenheit ist in diesem Fall seine Kunst. Der hin und wieder geäußerten Enttäuschung, der U21-Nationalspieler sei nicht prominent genug, spricht Eberl entschieden entgegen. "Peniel hat ähnliche Qualitäten wie Marco Reus, als er damals zu uns kam. Er kann alle Positionen spielen und bereichert unsere Offensive."

Eberl schließt den Abgang von namhaften Spielern — wie zum Beispiel Igor de Camargo, der angeblich auch gehen will, wenn zu viele zu gute Stürmer kommen — vorerst aus, spielt jedoch durchaus mit dem Gedanken, Akteure aus der zweiten Reihe wie Mathew Leckie oder Yuki Otsu bei zu großer Konkurrenz für eine Saison zu verleihen. "Das hängt aber davon ab, wen wir noch holen", sagt Eberl. So schließt sich der Kreis.

(RP/rl/can/rm/sgo)