Miteinander von Jung und Alt: Sieben gute Nachrichten zum Familienleben in Deutschland

Miteinander von Jung und Alt : Sieben gute Nachrichten zum Familienleben in Deutschland

Während die Nation über eine Demografie-Steuer debattiert, funktioniert das Miteinander von Jung und Alt unter deutschen Dächern hervorragend. Für Kinder ist Vertrauen wichtiger als Geld.

Die Debatte um das Betreuungsgeld und den Krippen-Ausbau wird mit so viel Schaum vor dem Mund geführt, dass Kinder vor allem als ein Kostenfaktor für die Gesellschaft wahrgenommen werden. Die positiven Seiten des Familienlebens rücken dabei völlig in den Hintergrund. Familienleben in Deutschland erfreut sich großer Beliebtheit, und die meisten Menschen betrachten ihre Familie als den Mittelpunkt ihres Lebens. Die sieben wichtigsten positiven Nachrichten über Familien und Familienleben haben wir zusammengestellt.

1. Familien halten zusammen "Drei Viertel der Bevölkerung empfinden den Zusammenhalt in der eigenen Familie als ziemlich oder sehr eng", sagt Familienministerin Kristina Schröder (CDU). Für eine ebenso große Mehrheit sei die Familie der "wichtigste Lebensbereich". Auch für Jugendliche ist Familie der Ort, an den sie sich zurückziehen. Einer Studie des Allensbach-Instituts zufolge wird der Familie häufiger hohe Bedeutung zuerkannt als der Gesundheit, der finanziellen Sicherheit, der Beziehung zu Freunden und Bekannten oder der Arbeit.

2. Großeltern unterstützen Kinder und Enkel Zwischen den Generationen herrscht in Deutschland große Solidarität: Rund drei Viertel (76 Prozent) aller Großeltern unterstützen einer Forsa-Umfrage zufolge ihre erwachsenen Kindern und ihre Enkelkinder. Sie sind Betreuer, Tröster, Ratgeber und Feuerwehr. Knapp ein Drittel der Omas und Opas leisten Hilfe im Haushalt und bei der Kinderbetreuung. Jedes fünfte Großelternteil unterstützt Kinder und Enkel finanziell durch Geldgeschenke, Sparverträge oder kostenloses Wohnrecht im Elternhaus. Die Großeltern, die Geldgeschenke machen, sind großzügig: Etwa ein Drittel steckt Kindern und Enkeln mehr als 2000 Euro im Jahr zu. Bei weiteren 20 Prozent sind es zwischen 1000 und 2000 Euro. Oma und Opa spielen auch als Vermittler von Werten eine wichtige Rolle. Auf die Frage, was er unter Respekt verstehe, antwortete ein Achtjähriger in einer Studie von Unicef: "Respekt habe ich vor meinem Opa, der hat schon so viel erlebt."

3. Kinder pflegen ihre Eltern Der Großteil der Pflegebedürftigen in Deutschland (von etwa 70 Prozent) lebt in den eigenen vier Wänden. Davon wiederum erhält die Mehrheit Pflegegeld, was bedeutet, dass sich in der Regel die Angehörigen um den Pflegebedürftigen kümmern. Meistens sind es Töchter und Schwiegertöchter oder die Ehepartner, die Pflege leisten. "Familie ist das beste soziale Netz, das es gibt. Der Zusammenhalt der Generationen ist sehr verlässlich und tragfähig", sagt die Präsidentin des Familienbundes der Katholiken, Elisabeth Bußmann. Vor allem die mittlere Generation ist in der Pflege tätig: Jeder siebte Deutsche zwischen 40 und 65 Jahren kümmert sich um einen pflegebedürftigen Menschen. Auch bei ihnen liegt der Fokus auf der Familie.

4. Junge Menschen wünschen sich Familie Die Mehrheit der Jugendlichen möchte später selbst einmal Familie und eigene Kinder haben, wie aus der aktuellen Shell-Jugendstudie hervorgeht. Von den 25- bis 29-Jährigen wünschen sich 86 Prozent eigene Kinder. Gute Aussichten für die Zukunft. Dem Familienreport der Bundesregierung zufolge ist der Kinderwunsch in der Gesellschaft insgesamt im vergangenen Jahr gestiegen.

5. Kinder sind mit ihren Eltern zufrieden Die meisten Kinder und Jugendlichen verstehen sich gut bis hervorragend mit ihren Eltern. Sie sehen ihre Familie der Shell-Jugendstudie zufolge auch als Modell für die Zukunft: Sie wollen ihre Kinder ähnlich erziehen, wie sie von ihren Eltern behandelt werden. "Ein größeres Kompliment können Kinder ihren Eltern wohl kaum machen", heißt es in der Jugendstudie. Nach Meinung von drei Vierteln der Kinder merken Eltern, wenn es ihnen nicht gutgeht. Auch mit der Berufstätigkeit ihrer Eltern haben Kinder keine Probleme. In diesem Punkt sind die Kinder sehr pragmatisch: Zu rund 80 Prozent meint der Nachwuchs, dass es das Beste sei, wenn die Eltern arbeiten gehen, denn so habe die Familie mehr Geld und könne sich mehr leisten.

6. Vertrauen ist wichtiger als Geld Für die Kinder in Deutschland zählen Respekt und Vertrauen deutlich mehr als Geld und Besitz. Das geht aus einer Studie des Kinderhilfswerks Unicef über die Werte von Kindern hervor. Familie und Freundschaft stufen 95 Prozent der Sechs- bis 14-Jährigen als "total wichtig" oder "wichtig" ein.

7. Familie bedeutet Glück Nichts beschert den Deutschen einer Umfrage zufolge größeres Glück als ihr Partner oder die eigenen Kinder. In einer Erhebung der Gesellschaft für Konsumforschung landete die Partnerschaft mit 52 Prozent auf Platz eins der häufigsten Glücksmomente, dicht gefolgt von Kindern mit 50 Prozent. Nur jeder Achte findet demnach durch Geld und Besitz seine Erfüllung. Jeder Siebte gibt dagegen an, der berufliche Erfolg oder die im Beruf erworbene Anerkennung sei die Quelle seines Glücks. "Familie macht glücklich. Denn in der Familie erfahren wir Fürsorge, Zuwendung, verlässliche Bindungen und das Geschenk des bedingungslosen Angenommenseins", sagt Familienbund-Präsidentin Elisabeth Bußmann. Sie betont: "In Familien wird eingeübt, was für den Zusammenhalt der ganzen Gesellschaft wichtig ist."

Hier geht es zur Infostrecke: Der Erziehungsratgeber Teil 1

(RP/felt/das/jh-)
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