Familienverband fordert Wahlrecht für Kinder von Geburt an

13 Millionen Bürger unter 18 Jahre: Familienverband fordert Wahlrecht für Kinder von Geburt an

Der Deutsche Familienverband sieht im politischen Systems Deutschlands ein "riesiges Demokratiedefizit" und fordert, dass Kinder von Geburt an wählen dürfen. Die Eltern sollen das Wahlrecht treuhänderisch ausüben.

"Kinder sind unsere Zukunft, aber an der Wahlurne kommen sie nicht vor", beklagte Bundesgeschäftsführer Sebastian Heimann am Montag in Berlin: "13 Millionen Bundesbürger unter 18 Jahren sind vom Wahlrecht und damit vom wichtigsten Grundrecht ausgeschlossen."

Nach Ansicht des Familienverbandes gelten auch in diesem Fall Grundrechte von Geburt an und nicht erst ab der Volljährigkeit. "Wir brauchen deshalb ein Wahlrecht von Geburt an, das treuhänderisch von den Eltern ausgeübt wird, bis die Kinder alt genug sind, selbst zu wählen", sagt Heimann.

Dass das Vertrauen in die Kinder und Jugendlichen gerechtfertigt sei, bestätige auch eine vor wenigen Tagen veröffentlichte repräsentative Befragung zum Kinderreport. "Junge Menschen haben eine hohe Wertschätzung für die Demokratie und wollen darüber mitbestimmen, wer künftig ihre Zukunft gestaltet. Aber sie dürfen nicht wählen, obwohl sie dazu fähig und in der Lage sind."

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Angesichts der demografischen und politischen Entwicklung, so Heimann, gelte mehr denn je, dass Demokratie von einer Beteiligung aller lebe. Erst das Wahlrecht von Geburt an mache die Demokratie zukunftsfest. Der Verband werde sich daher im Bundestagswahlkampf überparteilich und auf breiter Basis für das Wahlrecht ab Geburt einsetzen.

Der Deutsche Familienverband ist nach eigenen Angaben die größte parteiunabhängige, überkonfessionelle und mitgliedergetragene Interessenvertretung der Familien in Deutschland.

(maxk/kna)
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