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Niedersachsens AfD-Chef hält an Kandidaten für Bundestag fest

Streit um Parteitag : Niedersachsens AfD-Chef hält an Kandidatenkür für Bundestag fest

Punktsieg für Niedersachsens umstrittenen AfD-Vorstand Paul Hampel: Nach einer Entscheidung des Bundesschiedsgerichts der Partei darf die Kandidatenkür für die Bundestagswahl doch an diesem Wochenende stattfinden. Hampels Gegner wollten das verhindern.

Die niedersächsische AfD wird nach einem heftigen parteiinternen Streit nun doch an diesem Wochenende ihre Kandidaten für die Bundestagswahl küren. "Die Aufstellungsversammlung findet wie geplant statt", sagte Parteichef Paul Hampel am Freitag in Hannover.

Das Bundesschiedsgericht der Partei habe entschieden, dass dafür fristgerecht eingeladen worden sei. Das Landesschiedsgericht der AfD hatte das zuvor anders beurteilt, den Parteitag abgesagt und damit Hampels Kritikern recht gegeben. Sie wollen verhindern, dass sich der ehemalige Journalist den Spitzenplatz auf der Landesliste sichert.

"Ich möchte mein Bedauern darüber ausdrücken, dass die über 2300 Parteimitglieder der AfD in Niedersachsen durch destruktive Kräfte in der Partei in Verwirrung geraten sind", sagte Hampel.

Für das Hickhack machte er eine Unterwanderung der AfD durch ehemalige Mitglieder anderer Parteien verantwortlich. "Nachdem der Angriff der Konkurrenzparteien nicht erfolgreich war, wird eben versucht, die AfD innerparteilich zu bekämpfen."

Hampel sagte, dem Landesvorstand sei ein Lapsus unterlaufen. Der Vorstand hatte am 7. Januar die Einladungen zu der am 4. und 5.
Februar geplanten Listenaufstellung verschickt. Die Parteisatzung sieht dafür aber eine Frist von vier Wochen vor, die Einladungen wurden somit einen Tag zu spät verschickt. "Hier geht es doch aber darum, dass die Mitglieder ausreichend Zeit haben, sich die Kandidatenliste anzusehen", sagte Hampel.

Der Landesvorsitzende ist in der niedersächsischen AfD heftig umstritten. Seine Gegner werfen ihm einen autoritären Führungsstil vor. Ungeachtet der Querelen will Hampel selbst weiter für den Spitzenplatz der Landesliste kandidieren, auch wenn der Ausgang ungewiss sei: "Auf einem Parteitag, vor Gericht und auf hoher See sind wir alle in Gottes Hand."

(rent/dpa)