Petersberger Klimadialog in Berlin Scholz will mehr Staaten an Klima-Hilfen für arme Länder beteiligen

Berlin · Die nächste Weltklimakonferenz, die COP29, wird im November in Aserbaidschan abgehalten. In Berlin kamen 40 Staaten zur Vorbereitung zusammen, denn die Welt muss bei der Minderung von Treibhausgasen noch schneller werden. Doch die Rede des Bundeskanzlers bleibt vage.

Scholz (r.) und Alijew beim Petersberger Klimadialog.

Scholz (r.) und Alijew beim Petersberger Klimadialog.

Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Als Aserbaidschans Präsident Ilham Alijew beim Petersberger Klimadialog zum Publikum sprach, ging er zunächst in den Verteidigungsmodus: „Es ist nicht unsere Schuld, dass wir Öl- und Gasvorkommen haben“, sagte er am Freitag im Auswärtigen Amt. Die Bodenschätze seien ein „Geschenk Gottes“, fügte er dann hinzu. Und laut Alijew wird aserbaidschanisches Erdöl und Erdgas „noch jahrelang gebraucht“. So weist er darauf hin, dass etwa die Europäer mehr Gas benötigten. Aserbaidschan richtet im November die nächste Weltklimakonferenz aus, die im Fachjargon Cop 29 genannt wird. Am Donnerstag und Freitag loteten die Vertreterinnen und Vertreter aus rund 40 Staaten in Berlin aus, was möglich ist, um die globale Energiewende zu beschleunigen. Deutschland geht beim Petersberger Klimadialog häufig mit neuen Ambitionen voran: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) schlug etwa vor einem Jahr als Ziel zum globalen Ausbau der erneuerbaren Energien eine Verdreifachung des Zubaus bis 2030 vor – und das wurde dann auch später von der Weltklimakonferenz beschlossen.

Diesmal aber nahm Scholz – ohne sie konkret zu benennen – besonders große Emittenten in die Pflicht: „Länder, die in großem Umfang zu Emissionen beitragen, müssen auch zur öffentlichen Klimafinanzierung beitragen, wenn sie dazu ökonomisch in der Lage sind“, sagte er. Dieser Vorstoß richtete sich offensichtlich besonders an China, aber auch an reiche Golfstaaten. Zugleich warb der Kanzler für die stärkere Mobilisierung von privatem Kapital. Scholz bekannte sich zwar auch zur finanziellen Verantwortung der Industrieländer. Allerdings bekräftigte er anders als Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) am Vortag nicht, dass der Bund für die internationale Klimafinanzierung auch 2025 sechs Milliarden Euro zur Verfügung stellen wird. Der Klimaexperte der Hilfsorganisation Oxfam, Jan Kowalzig, befürchtete daher, „dass sein Einsatz für die Zusage gegenüber den Sparplänen des Finanzministers in den kommenden Wochen womöglich wenig kraftvoll wird“.

(mit Agenturen)
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