Einmischung in Nahost-Krieg: USA versorgen Israel mit neuen Waffen

Einmischung in Nahost-Krieg: USA versorgen Israel mit neuen Waffen

Washington (rpo). Die Bestätigung der Gerüchte dauerte nicht lange: Die Vertreter der US-Regierung bestätigte, von Israel einen Großauftrag zur umgehenden Lieferung ferngesteuerter Präzisionswaffen erhalten zu haben. Über diese Intervention berichtete zuvor die "New York Times". Die Hisbollah hat derweil Verhandlungen über einem Austausch der entführten Soldaten zugestimmt.

Bereits im vergangenen Jahr soll das Rüstungsgeschäft im Umfang von einer Milliarde Dollar vereinbart worden sein. Der Regierungsvertreter, von dem die Informationen stammen, will nicht namentlich genannt werden. Zu den Waffen zählen laser-gesteuerte Bomben mit einem Gewicht von rund 2300 Kilogramm, die zur Zerstörung von Betonbunkern geeignet sind. Ähnliche Geschosse waren von Israel bereits eingesetzt worden, um Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah zu treffen. Diese Versuche schlugen bislang fehl.

In der US-Regierung habe es über die Lieferung keine großen Debatten gegeben, hieß es in der "New York Times". Allerdings solle darüber auch nicht ausführlich in der Öffentlichkeit geredet werden, weil die Waffenlieferung in den arabischen Staaten für Verärgerung sorgen könnte.

US-Militärs werteten es als ungewöhnlich, dass die israelische Regierung auf eine rasche Lieferung drängte. Daraus könne geschlossen werden, dass die israelischen Streitkräfte nach den Angriffswellen der vergangenen Tage weitere Ziele im Libanon ins Visier nehmen wollten.

  • Die wichtigsten Fragen zum Nahost-Konflikt

Hisbollah stimmt Verhandlungen zu

Derweil hat die Hisbollah-Miliz der libanesischen Regierung das Mandat zu Verhandlungen über einen Gefangenenaustausch erteilt. "Die libanesische Regierung wird den Austausch über die Vermittlung eines Dritten herbeiführen", sagte der libanesische Parlamentspräsident Nabih Berri am Sonntag in Beirut. "Das hat die Hisbollah akzeptiert." Berri verfügt über gute Verbindungen zur Hisbollah, die am 12. Juli zwei israelische Soldaten in ihre Gewalt gebracht hatte.

Die beiden Soldaten sollen nach Informationen des libanesischen Außenministers Fausi Salluch "wohlauf und an einem sicheren Ort" sein. Salluch rief am Sonntag dazu auf, die UNO oder eine dritte Partei solle Möglichkeiten eines Gefangenenaustauschs mit Israel prüfen. Der Minister hatte sich nach einem Gespräch mit dem Vize-Abteilungsleiter des Auswärtigen Amtes in Berlin, Peter Wittig, geäußert. Die Freilassung der derzeit entführten israelischen Soldaten im Nahen Osten gilt als eine wichtige Voraussetzung für eine Deeskalation zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Bilder der Zerstörung

(afp)