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Florida: Republikanischer Ex-Senator soll Scheinkandidaten für Wahlteilnahme bezahlt haben

Senatswahlen in Florida : Republikanischer Ex-Senator soll Scheinkandidaten für Wahlteilnahme bezahlt haben

Ein Autoteileverkäufer mit gleichem Nachnamen soll dafür bezahlt worden sein, zur Wahl anzutreten. Dieser brüstete sich damit, so dem demokratischen Kandidaten ausreichend viele Stimmen gestohlen zu haben. Letzterer hatte nur 32 weniger als die republikanische Siegerin.

Ein ehemaliger republikanischer Senator ist offiziell beschuldigt worden, im US-Bundesstaat Florida einen Scheinkandidaten in die Senatswahl eingeschleust und dadurch dem demokratischen Kandidaten wichtige Stimmen abgenommen zu haben. Frank Artiles wird vorgeworfen, dem Autoteilehändler Alex Pedro Rodriguez rund 45.000 Dollar (etwa 38.000 Euro) gezahlt zu haben, damit dieser sich als unabhängiger Kandidat für die Wahl im November 2020 aufstellen ließ.

Der Autoteileverkäufer Rodriguez kandidierte gegen den damaligen demokratischen Senator Jose Javier Rodriguez. Die Tatsache, dass beide Männer den selben Nachnamen tragen, reichte anscheinend aus, um zahlreiche Wähler zu verwirren und sie ihr Kreuz an der falschen Stelle machen zu lassen: Der Demokrat Rodriguez verlor mit 32 Stimmen Rückstand gegen seine republikanische Gegnerin Ileana Garcia.

Der Fall kam ans Licht , weil der Autoteileverkäufer Rodriguez sich geweigert hatte, mit Journalisten über seinen Wahlkampf zu sprechen. Sein Name tauchte einem Bericht der Zeitung "Politico" zufolge auch auf einer Liste unabhängiger Kandidaten auf, die keinen aktiven Wahlkampf zu führen schienen, aber mit Themen beworben wurden, die besonders Wähler der Demokraten ansprechen.

Wie der "Miami Herald" berichtete, verriet Artiles sich selbst, indem er in der Öffentlichkeit mit seinem Erfolg prahlte und die Lorbeeren für Garcias Sieg ernten wollte. "Das war ich, das war alles ich", sagte er der Zeitung zufolge. Dem ehemaligen Politiker wird nun unter anderem ein Verstoß gegen die Vorschriften zur Wahlkampffinanzierung vorgeworfen. Ihm drohen bis zu fünf Jahre Haft.

(chal/AFP)