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TV-Duell zur US-Wahl: Hillary Clinton gewinnt gegen Donald Trump

TV-Duell in den USA : Medien erklären Hillary Clinton zur Gewinnerin

Das zweite TV-Duell der US-Präsidentschaftskandidaten verlief deutlich ruppiger als das erste. Beim Schlagabtausch gingen sich Clinton und Trump auch persönlich an. Aus Sicht amerikanischer Medien hat die Demokratin dabei besser abgeschnitten.

Als feindselig bezeichnet die "New York Times" die Atmosphäre der TV-Debatte. Die beiden Redner hätten sich gegenseitig mit "geschmacklosen Vorwürfen" bedacht, die Angriffe seien oft persönlicher Natur gewesen.

Dass sich Donald Trump und Hillary Clinton zu Beginn nicht einmal die Hände schütteln wollten, sei ein "zutiefst hässlicher Moment" in der amerikanischen Politik gewesen. Eine persönliche Beleidigung, wie sie selten zwischen zwei potenziellen US-Präsidenten vorkomme.

Insgesamt habe sich Trump jedoch "sicheren Fußes" durch das Duell bewegt. Die Debatte habe sich jedoch insgesamt — wie auch der bisherige Wahlkampf —, was das Niveau betreffe, ins Bodenlose bewegt. Clinton habe hingegen "viele starke Momente" gehabt. Etwa als sie konsequent auf die sexistischen Verfehlungen Trumps hinwies, schreibt die "New York Times".

Weniger positiv bewertet die "Washington Post" die Leistung Clintons. Aus den neuesten Skandale um Trump hätte sie mehr machen können, schreibt das Blatt.

Da sie jedoch keinen "krassen Fehler" gemacht habe, sei sie die Gewinnerin des Abends. "Beständig, sachkundig und angenehm" habe sie neben Trump gewirkt, der allerdings im Vergleich zur ersten TV-Debatte ebenfalls "solide und energetisch" aufgetreten sei. Dennoch bleibe der skandalumwitterte Republikaner selbst sein "ärgster Feind".

"Ein schmutziger Kampf" lautet der Titel des CNN-Berichts über das Fernsehduell. Hässlich, erbittert und persönlich sei die Diskussion gewesen, die sich die beiden Präsidentschaftskandidaten öffentlich geliefert haben.

Der "eisige Ton" der Debatte sei schon durch den fehlenden Handschlag gesetzt worden, den CNN als einen Bruch mit "jahrzehntelanger Tradition" bezeichnet.

Auch der US-Sender sieht in Trump den Verursacher des darauf folgenden, unsachlichen Gesprächs. Er habe auf die einzige Weise gekämpft, die er kenne: mit "einer Reihe von bösartigen Kontern".

Anstatt ihre politischen Vorstellungen von der Zukunft ihres Landes auszutauschen, hätten die Kandidaten die Debatte "frostig" werden lassen. Verantwortlich dafür sei vor allem Trump, der finster dreinblickte, Clinton häufig unterbrach und ständig im Studio umherstreifte. Das habe zwar seinen konservativen Wählern gefallen. Die moderaten "swing state voters", also jene Wählergruppe, die sich nicht traditionell für die Demokraten oder Republikaner entscheidet, hätten sich davon jedoch wenig beeindruckt gezeigt.

(bur)