Grammys 2018: Hillary Clinton liest aus Trump-Enthüllungsbuch "Fire and Fury" vor

Grammy-Verleihung: Hillary Clinton liest aus Enthüllungsbuch "Fire and Fury" vor

Mit einer Lesung aus dem Enthüllungsbuch "Fire and Fury" haben Musikstars bei der Grammy-Verleihung gegen Donald Trump ausgeteilt. Und sie hatten dabei politische Unterstützung: Auch Hillary Clinton beteiligte sich an der Aktion.

Die Demokratin und ehemalige Präsidentschaftskandidatin Clinton, die gegen Trump bei den Wahlen im November 2016 verloren hatte, erschien am Sonntag überraschend in einem vorab aufgezeichneten Sketch von Moderator James Corden. Darin liest sie eine Passage aus Michael Wolffs Buch, das mit Details aus dem Wahlkampf und Trumps Zeit im Weißen Haus Schlagzeilen machte.

Auch Rapperin Cardi B, John Legend, Cher und Snoop Dogg lasen einige Sätze aus dem Buch. "Warum lese ich diesen Scheiß überhaupt?", fragt Cardi B, nachdem sie eine Passage zu Trumps angeblich regelmäßigen Cheeseburger-Abendessen im Bett rezitiert hat. "Ich kann das nicht glauben. Lebt er so wirklich sein Leben?" Snoop Dogg fügte hinzu, ganz sicher nicht bei Trumps Vereidigung vor gut einem Jahr dabei gewesen zu sein.

Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, beklagte anschließend via Twitter, der Moment habe für sie die gesamte Gala zerstört. "Ruiniert großartige Musik nicht mit Müll. Viele von uns mögen Musik, ohne dass die Politik hineingebracht wird", schrieb Haley.

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Der Chef der Recording Academy - der Organisation hinter den Grammys - sagte gegenüber der Nachrichtenagentur AP, aus seiner Sicht sei Clintons Beitrag eher satirisch als politisch gewesen. Auch in der Vergangenheit seien bei den Grammys witzige oder ungewöhnliche Dinge der politischen Führung betont worden. Der Produzent der Show sagte, Moderator James Corden habe Clinton um den Beitrag gebeten.

Bereits zuvor hatte die Gala teilweise politische Züge angenommen. Die Rockband U2 beispielsweise trat vor der Freiheitsstatue auf. Sängerin Camila Cabello sprach davon, eine stolze, aus Kuba und Mexiko stammende Frau zu sein, die in Havanna auf die Welt gekommen sei. Mit Blick auf die Debatte um junge, auch als "Dreamer" bekannte Migranten, für die ein US-Programm zum Schutz vor Abschiebung ausläuft, sagte sie: "Dieses Land wurde von "Dreamern" gebaut - für Träumer, die den amerikanischen Traum verfolgen."

(das/ap/dpa)