Syrien: Assads Armee fordert Zivilisten zur Flucht aus Ost-Ghuta auf

Krieg in Syrien: Assads Armee fordert Zivilisten zur Flucht aus Ost-Ghuta auf

Die Schlinge um Ost-Ghuta zieht sich zu. Am Freitag hat die syrische Armee die Bewohner der umkämpften Rebellen-Enklave zur Flucht aufgerufen. Das Oberkommando der Streitkräfte fordere die Zivilisten auf, das Gebiet über "gesicherte" Fluchtkorridore zu verlassen.

So hieß es in einer am Freitag vom syrischen Staatsfernsehen verbreiteten Erklärung. Bereits am Donnerstag waren zehntausende Menschen vor den Kämpfen aus der Region vor den Toren der Hauptstadt Damaskus geflohen.

Sowohl die türkische Armee und ihre Verbündeten, als auch die syrische Regierung und Russland setzten am Freitag ihre Angriffe fort. Nach Angaben von Beobachtern und Aktivisten wurden dabei mehr als 100 Zivilisten getötet.

Nachdem am Tag zuvor bereits mehr als 13.000 Zivilisten aus dem Rebellengebiet Ost-Ghuta nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus geflohen waren, hätten am Freitagmorgen erneut knapp 2000 Menschen das Gebiet verlassen, teilte das russische Außenministerium mit. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach sogar von knapp 20.000 Menschen, die Ost-Ghuta zuvor verlassen hatten.

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UN-Generalsekretär António Guterres äußerte sich besorgt über die neuen Entwicklungen. Die Verzweiflung dieser Menschen sorge ihn sehr, sagte Guterres am Freitag. Er bedauere sehr, dass die vom UN-Sicherheitsrat geforderte Waffenruhe nach wie vor nicht umgesetzt sei.

Der UN-Sonderbeauftragte Staffan de Mistura warnte davor, die Waffenruhe als "Wahlmenü" anzusehen. Sie könne nicht nur stückweise umgesetzt werden, sagte de Mistura, per Video aus Brüssel zugeschaltet, am Freitag dem Sicherheitsrat in New York.

Seit dem Beginn ihrer Großoffensive auf die Rebellenenklave vor einem Monat haben die Truppen von Machthaber Baschar al-Assad mit Unterstützung der russischen Luftwaffe rund 70 Prozent von Ost-Ghuta zurückerobert.

(felt)