Wahl in Russland 2018: Das sind die Gegner von Wladimir Putin

Russische Präsidentschaftswahl: Diese Kandidaten treten gegen Putin an

Sieben Kandidaten treten am Sonntag bei der russischen Präsidentschaftswahl gegen Amtsinhaber Wladimir Putin an. Dessen Sieg gilt als sicher. Zumal sein größer Gegner fehlen wird.

Zu seinen Herausforderern zählen unter anderen eine TV-Moderatorin und der Chef eines Obst-Bauernhofs. Alle Gesichter zu den Namen finden Sie in unserer Bildershow.

Im Oktober überraschte die frühere Reality-TV-Teilnehmerin die Russen mit ihrer Kandidatur mit den Slogans "Gegen sie alle" und "Keiner von denen da oben". 2012 hatte Sobtschak an den Putin-kritischen Protesten teilgenommen, bevor sie Moderatorin beim unabhängigen TV-Sender Doschd wurde. Die 36-Jährige macht kein Geheimnis aus ihren engen Verbindungen zu Putin. Viele vermuten deshalb, dass Sobtschaks Kandidatur der Wahl nur den Anschein von Wettbewerb geben und die Opposition spalten soll.

Der 57-Jährige mit dem Spitznamen "Erdbeerkönig" ist der Überraschungskandidat der Kommunistischen Partei. Der Chef einer ehemaligen staatlichen Obstfarm, die er in ein profitables Unternehmen umwandelte, ist der beliebteste Herausforderer Putins. Umfragen zufolge wollen ihn sieben Prozent der Russen im Kreml sehen. Von der kremltreuen Presse wurde er wegen seines mutmaßlichen Reichtums und seiner Konten im Ausland verunglimpft. Grudinin beklagt "konstanten Druck" durch die Behörden. Zwar kritisiert er offen bestimmte Entscheidungen der Regierung, attackiert Putin aber nie persönlich.

Der 71-Jährige ist Dauerkandidat bei russischen Präsidentschaftswahlen: Er tritt bereits zum sechsten Mal an. Der Chef der ultrakonservativen LDPR-Partei ist bekannt für seine anti-amerikanischen, anti-liberalen und anti-kommunistischen Reden. Viele Beobachter sehen ihn als symbolischen Gegner des Kreml, in politischen Kreisen wird er oft als Clown beschrieben. Obwohl er in den vergangenen Jahren zunehmend an den Rand gedrängt wurde, liefert er weiterhin nationalistische Schimpftiraden in der Duma ab. Umfragen sehen ihn bei etwa fünf Prozent.

Jawlinski gilt als wichtiger Putin-Kritiker, der aber vom Kreml toleriert wird. Der liberale Politikveteran tritt zum dritten Mal an. Bei den Wahlen 1996 und 2000 kam er auf weniger als zehn Prozent, 2004 weigerte er sich anzutreten und warf Putin Wahlmanipulation vor. 2012 wurde er in letzter Minute von der Wahl ausgeschlossen, was er wegen seiner Unterstützung Putin-kritischer Demonstranten als politisch motiviert bezeichnete. Der 66-jährige Gründer der Jabloko-Partei ist gegen die Annexion der Krim und sieht Moskaus Rolle im Syrienkrieg kritisch.

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Der Geschäftsmann macht sich keine Illusionen über den Ausgang der Wahl. Niemand habe "auch nur den geringsten Zweifel, wer die Wahl gewinnen wird", sagte Titow jüngst bei einem Wahlkampfauftritt auf der Krim. Der 57-Jährige unterstützt Moskaus Außenpolitik, fordert aber eine Normalisierung der Beziehungen zum Westen, um die russische Wirtschaft zu stabilisieren.

Der 59-jährige Chef der nationalistischen Volksunion ist der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt und wird in den Medien nur selten erwähnt. Der frühere Vize-Präsident der Duma kämpft nach eigenen Angaben seit mehr als 20 Jahren gegen den "Neoliberalismus" der russischen Behörden.

Auch von ihm haben viele Russen noch nie gehört. Der 39-Jährige gehörte früher der Kommunistischen Partei an und gründete später die Partei Kommunisten Russlands. Die Kommunistische Partei hält Suraikins Partei für eine "Spoiler-Partei" und wirft ihr gerichtlich vor, ihre Symbolik geklaut zu haben. Suraikins Wahlprogramm hält es für notwendig, dass "Russland einen stalinistisch-kommunistischen Präsidenten" hat.

ALEXEJ NAWALNY

Putins wichtigster Gegner wird bei der Wahl fehlen: Der charismatische 41-Jährige gilt als Hauptgegner Putins. Vom Anti-Korruptions-Blogger wurde er zum Oppositionspolitiker, der zahlreiche gegen den Kreml gerichtete Massendemonstrationen organisierte. Wegen der Verurteilung zu einer Bewährungsstrafe wegen angeblicher Unterschlagung ist er zur Wahl nicht zugelassen. Nawalny hält die Verurteilung für politisch motiviert. Aus Protest gegen seinen Ausschluss von der Wahl hat er zu einem Boykott aufgerufen

(felt)
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