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Proteste gegen Übergangsregierung in Peru nach Absetzung von Vizcarra

Nach Absetzung von Präsident Vizcarra : Proteste gegen Übergangsregierung in Peru

Tausende Menschen sind in der Hauptstadt Lima auf die Straße gegangen, um nach der Absetzung von Präsident Martin Vizcarra gegen die Übergangsregierung zu demonstrieren.

Die Menschen rund um den Platz San Martín im Zentrum demonstrierten weitgehend friedlich, wie der Sender Canal N berichtete. Studentenorganisationen und politische Gruppen hatten zu einem nationalen Marsch gegen die Regierung von Übergangspräsident Manuel Merino aufgerufen. Es war bereits der dritte Protesttag in Folge. Auch in anderen Städten wie Cusco und Arequipa im Süden des Landes gab es Demonstrationen.

Vizcarra war am Montag wegen Korruptionsvorwürfen mit großer Mehrheit vom Parlament abgesetzt worden. Ihm wird vorgeworfen, während seiner Zeit als Regionalgouverneur (2011-2014) Schmiergeldzahlungen entgegengenommen und im Gegenzug Baufirmen bei zwei Projekten bevorteilt zu haben. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen. In der Bevölkerung war Vizcarra äußerst beliebt.

Auch die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch übte Kritik. Sie bezeichnete die Absetzung Vizcarras als „eine Bedrohung des Rechtsstaats“ und forderte die Organisation Amerikanischer Staaten auf, die Übergangsregierung zu kontrollieren.

Parlamentspräsident Manuel Merino, gegen den wegen illegaler Bereicherung ermittelt wird, wurde am Dienstag im höchsten Staatsamt vereidigt. Er übernimmt das Präsidentenamt bis zum Ende der Legislaturperiode im Juli 2021. Merino ist bereits der dritte Präsident in der aktuellen Legislaturperiode. Vizcarra hatte das höchste Staatsamt 2018 nach dem Rücktritt des gewählten Präsidenten Pedro Pablo Kuczynski übernommen. Für den nächsten April sind Präsidentschafts- und Parlamentswahlen geplant.

(june/epd)