François Hollande steht vor weiteren politischen Niederlage

Départementwahlen in Frankreich: Hollande sieht weiterer Schlappe ins Auge

Während Präsident François Hollande vor einer weiteren politischen Niederlage steht, zeichnet sich bei der zweiten Runde der französischen Départementwahlen am Sonntag erneut eine schwache Beteiligung ab.

Bis um 17 Uhr gaben laut Innenministerium 41,9 Prozent der rund 42 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Eine Woche zuvor waren es zu diesem Zeitpunkt knapp 43 Prozent. Insgesamt war in der ersten Runde jeder zweite Wahlberechtigte der Abstimmung ferngeblieben. Der zweite Wahlgang war überschattet vom Absturz der Airbus-Maschine in den französischen Alpen. Wegen der Ereignisse war der Wahlkampf teils ausgesetzt worden.

Der in Frankreich sehr unbeliebte Präsident François Hollande stand mit seinen Sozialisten vor einer neuerlichen Schlappe. Dagegen setzte die rechtsextreme Front National (FN) auf Erfolge wie bei jüngsten Entscheidungen und hoffte auf einen Sieg in einem oder zwei der rund 100 Départements. Die konservative UMP von Ex-Präsident Nicolas Sarkozy, vor einer Woche klar stärkste Partei, wollte wieder vorn liegen und viele bisher von den Sozialisten gehaltene Départements für sich gewinnen.

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Hollande wählte am Vormittag in seiner politischen Heimat in Tulle südlich von Limoges, bevor er zu einem Blitzbesuch nach Tunis flog. Premierminister Manuel Valls, zentrale Figur der Sozialisten im Wahlkampf, gab seine Stimme in Evry südlich von Paris ab. FN-Chefin Marine Le Pen votierte in Hénin-Beaumont im Norden des Landes. Auch in Seyne-les-Alpes nach dem Absturzort der Germanwings-Maschine gingen die Einwohner zur Wahl.

Die Départements haben im zentralistischen Frankreich zwar wenige Kompetenzen, die Wahl gilt aber als Stimmungstest für das Land. Erstmals traten immer eine Frau und ein Mann als Kandidaten-Duo an. So sollte eine Frauenquote von 50 Prozent in den Départementräten gesichert werden.

(dpa)