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Argentinien legalisiert Abtreibung

Nach zwölfstündiger Senatssitzung : Argentinien legalisiert Abtreibung

Bislang können Frauen in Argentinien, die eine Abtreibung bei sich machen lassen, und deren Helfer bestraft werden. Ausnahmen gibt es nur bei Fällen von Vergewaltigung oder einer Gefahr für die Gesundheit der Mutter.

Schwangerschaftsabbrüche werden in Argentinien erlaubt. Der Senat des Landes stimmte am Mittwoch nach einer zwölfstündigen Sitzung für den Gesetzentwurf, unter dem Abtreibungen in den ersten 14 Wochen einer Schwangerschaft erlaubt werden. Unter den Senatoren gab es 38 Stimmen für den Entwurf, 29 dagegen sowie eine Enthaltung. Die Abgeordnetenkammer hatte dem Gesetzentwurf breits zugestimmt und auch Präsident Alberto Fernández signalisierte seine Unterstützung. Damit ist Argentinien das größte lateinamerikanische Land, das Schwangerschaftsabbrüche legalisiert.

Bislang können Frauen in Argentinien, die eine Abtreibung bei sich machen lassen, und deren Helfer bestraft werden. Es gibt Ausnahmen bei Fällen von Vergewaltigung oder einer Gefahr für die Gesundheit der Mutter. Anhänger der feministischen Bewegung in Argentinien kämpfen seit mehr als 30 Jahren für das Recht auf Abtreibung. Unterstützer des Gesetzentwurfs gaben an, dass er heimliche Abtreibungen verhindern solle, die seit 1983 zu mehr als 3000 Todesfällen geführt haben, wie aus Behördenzahlen hervorgeht. Der Entwurf erlaubt auch Abtreibungen nach der 14. Schwangerschaftswoche, wenn Vergewaltigung oder eine Gefahr für das Leben der Mutter vorliegt.

Die katholische Kirche hat in dem Land seit langem viel Einfluss. Papst Franziskus, der aus Argentinien ist, hatte vor der Sitzung des Senats am Dienstag bei Twitter mitgeteilt: „Der Sohn Gottes wurde völlig unbeachtet geboren, um uns zu sagen, dass jeder missachtete Mensch ein Kind Gottes ist. Er kam in die Welt, wie ein Kind eben zur Welt kommt, schwach und zerbrechlich, damit wir unsere Unzulänglichkeiten mit Zärtlichkeit annehmen können.“

(chal/dpa)