Afghanistan: Anschlagsreihe in Afghanistan: Mindestens 50 Tote

Afghanistan : Anschlagsreihe in Afghanistan: Mindestens 50 Tote

Allein in der afghanischen Hauptstadt sind 38 Menschen bei einem Taliban-Anschlag getötet worden. Beim einem weiteren Angriff wurden der Gouverneur der Provinz sowie Diplomaten der Vereinigten Arabischen Emirate verletzt.

Bei einer Reihe von Anschlägen in Afghanistan sind am Dienstag insgesamt mindestens 50 Menschen ums Leben gekommen. Allein bei einem schweren Doppelanschlag der radikalislamischen Taliban in der Nähe von Regierungsbüros in Kabul wurden mindestens 38 Menschen getötet und 72 weitere verletzt, wie ein Vertreter des afghanischen Gesundheitsministeriums, Mohibullah Sir, sagte. Auch in den Provinzen Helmand und Kandahar gab es Tote. Beim Angriff in Kandahar wurde zudem der Botschafter der Vereinigten Arabischen Emirate verletzt.

Bei einem schweren Doppelanschlag in der Nähe von Regierungsbüros in Kabul sind nach Behördenangaben am Dienstag mindestens 38 Menschen ums Leben gekommen. Außerdem seien 72 Menschen verletzt worden, sagte ein Vertreter des afghanischen Gesundheitsministeriums, Mohibullah Sir. Die radikalislamischen Taliban bekannten sich zu der Tat.

Unter den Opfern befanden sich vier Frauen. Weitere 43 Personen seien bei dem Angriff am Dienstag nahe Regierungs- und Abgeordnetenbüros verletzt worden, sagte Innenministeriumssprecher Sedik Sedikki.

Demnach griff zunächst ein Selbstmordattentäter an, kurze Zeit später explodierte eine Autobombe. Für die Tat übernahmen die radikalislamischen Taliban die Verantwortung.

Auch der Sprecher des Innenministeriums, Sedik Seddiki, sprach von "Dutzenden Toten und Verletzten". Das Ziel des Anschlags sei wohl ein Bus gewesen, der Regierungsangestellte nach Hause gebracht habe. Es sei aber noch nicht klar, zu welcher Regierungsorganisation er gehörte.

Der Leiter der Bezirkspolizei, Ahmad Wali Saburi, sagte, zunächst sei ein mit Sprengstoff beladener Geländewagen vor dem Parlament explodiert. Als kurz darauf Sicherheitskräfte angekommen seien, sei eine zweite Bombe in einem ähnlichen Fahrzeug gezündet worden.

Im Kurznachrichtendienst Twitter gab Taliban-Sprecher, Sabiullah Mudschahid, an, das Ziel des Anschlages sei ein Minibus des afghanischen Geheimdienstes NDS gewesen. Man habe "zahlreiche Feinde" getötet.

Die Fahrzeuge explodierten auf der belebten vierspurigen Darulaman-Straße. Dort liegen das Parlament, verschiedene Ministerien sowie die große Amerikanische Universität. Auf sozialen Medien waren Bilder einer hohen Staubwolke zu sehen.

Am Dienstagmorgen waren bei einem Selbstmordanschlag der Taliban in der Hauptstadt der südafghanischen Provinz Helmand, Laschkargar, mindestens sieben Menschen getötet worden.

Präsident Aschraf Ghani verurteilte die Tat ebenso wie das Auswärtige Amt in Berlin. "Unser ganzes Mitgefühl gilt den Opfern, ihren Familien und ihren Freunden. Die Gewalt der Taliban gegen das afghanische Volk ist durch nichts zu rechtfertigen", sagte ein Ministeriumssprecher. Deutschland stehe gemeinsam mit der internationalen Gemeinschaft an der Seite Afghanistans. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International erklärte, die Anschläge deuteten darauf hin, dass die Taliban ihre Gewaltoffensive ohne Rücksicht auf Zivilisten vorantrieben.

In Kandahar kam es zu zwei Explosionen innerhalb der Anlage des Gouverneurs der Provinz, wie die afghanischen Behörden mitteilten.Fünf Menschen wurden getötet und zwölf weitere verletzt. Zu den Verletzten zählte auch Gouverneur Humajun Asisi, wie sein ebenfalls leicht verletzter Sprecher Samim Chpolwak bekanntgab.

Auch der Botschafter der Vereinigten Arabischen Emirate, Dschuma Mohammed Abdullah al-Kaabi, wurde dabei verletzt, wie das Außenministerium seines Landes mitteilte. Neben ihm hätten sich mehrere weitere Diplomaten des Landes ebenfalls Verletzungen zugezogen. Kandahar gilt als das Kernland der radikalislamischen Taliban. Hintergründe der Tat waren zunächst unbekannt.

(klik/ap/dpa)
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