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Roter Teppich bei den "Critics Choice Awards": Gute Kleider, schlechte Kleider

Roter Teppich bei den "Critics Choice Awards" : Gute Kleider, schlechte Kleider

Der 24. Februar 2013 ist ein Datum, bei dem viele Leute furchtbar kribbelig werden. Dann werden in Los Angeles die Oscars verliehen. Die Gelegenheit, sich für dieses Großereignis warm zu laufen, haben die Promis viele.

Dabei können besonders die Damen schon einmal Kleiderkreationen prüfen. Manche beweisen bereits da guten Geschmack, anderen möchte man raten, doch noch einmal ganz intensiv über das Thema nachzudenken. So auch jetzt bei den "Critics Choice Movie Awards" in Santa Monica.

Großer Gewinner des Abends - was die Preise betrifft - war US-Regisseur und Schauspieler Ben Affleck. Er konnte mit seinem Politthriller "Argo" die wichtigsten Trophäen der Filmkritiker abräumen.

Bei der Verleihung der "Critics Choice Movie Awards" in der Nacht zum Freitag in Hollywood nahm Affleck die Regie-Trophäe und den Preis für den besten Film entgegen. Wenige Stunden zuvor, bei der Verkündung der Oscar-Nominierungen, war Affleck als Regisseur übergangen worden. Filmbeobachter hatten fest mit seiner Nominierung für den Regie-Oscar gerechnet.

Steven Spielbergs "Lincoln", mit zwölf Nominierungen der große Oscar-Favorit, zog am Abend bei der Kritiker-Gala den Kürzeren. Sein Historiendrama hatte mit 13 Nominierungen zunächst die "Critics Choice Movie Awards" dominiert, doch am Ende gab es nur zwei Trophäen, für Hauptdarsteller Daniel Day-Lewis und für das adaptierte Drehbuch von Tony Kushner.

Haneke gewinnt Preis für ausländischen Film

Jessica Chastain wurde für ihre Rolle als CIA-Agentin in "Zero Dark Thirty" zur besten Hauptdarstellerin gekürt. Zahlreiche Trophäen sahnte auch die Tragikomödie "Silver Linings" ab, darunter für das beste Schauspielensemble, für Komödien-Hauptdarsteller Jennifer Lawrence und Bradley Cooper, sowie als beste Comedy.

Das mit fünf Oscar-Nominierungen bedachte Altersdrama "Liebe" des Österreichers Michael Haneke holte den Kritiker-Preis für den besten ausländischen Film. Die 85-jährige Hauptdarstellerin Emmanuelle Riva unterlag Jessica Chastain, die Französin hat aber Ende Februar Oscar-Chancen.

Die Preise des Kritiker-Verbands BFCA (Broadcast Film Critics Association) wurden zum 18. Mal vergeben. Stimmberechtigt sind über 250 Filmkritikern aus den USA und Kanada. Viele der mit Trophäen bedachten Filme kamen in den vergangenen Jahren auch zu Oscar-Ehren.

Die Tops und Flops auf dem Roten Teppich sehen Sie in der Fotostrecke.

Bis zur Oscar-Verleihung haben die Promis in Hollywood noch zahlreiche Möglichkeiten, neu Garderobe zu testen. Im Folgenden ein Überblick, was noch kommt:

- GOLDEN GLOBE AWARDS am 13. Januar Die Golden Globe Awards, Trophäen in Form einer goldenen Erdkugel, sind der wichtigste Filmpreis nach den Oscars und der wichtigste Fernsehpreis nach den Emmys. Der kleine Verband der Hollywood- Auslandspresse (HFPA) vergibt die Trophäen seit 1944. Im Rahmen eines Gala-Dinners werden die Preise in 25 Kategorien für Film und Fernsehen ausgehändigt.

- PRODUCERS GUILD AWARDS am 26. Januar Das Historiendrama "Lincoln" und der Politthriller "Argo" sind in diesem Jahr unter den Top-Ten-Filmen im Rennen um die begehrte Trophäe des US-Produzentenverbands (PGA). Über 4000 Produzenten stimmen über den Gewinner ab. Häufig setzen die PGA-Mitglieder und die Wähler der Oscar-Akademie auf denselben Film.

- SCREEN ACTORS GUILD AWARDS am 27. Januar Hollywoods Schauspielverband (SAG) hat "Lincoln" und "Les Misérables" mit den meisten Preis-Nominierungen bedacht. Die seit 19 Jahren verliehenen SAG-Preise gelten als zuverlässige Vorboten für den Oscar.

- DIRECTORS GUILD AWARDS am 2. Februar Der über 14 000 Mitglieder starke Verband der Regisseure ehrt jährlich einen Filmemacher aus seiner Mitte. Im vorigen Jahr gewann der Franzose Michel Hazanavicius ("The Artist") die Regie-Trophäe und später auch den Oscar. Seit 1948 ist es nur sechs DGA-Siegern nicht geglückt, im selben Jahr auch den Oscar für die beste Regiearbeit zu holen.

- WRITERS GUILD AWARDS am 17. Februar Hollywoods Drehbuchautoren vergeben Trophäen unter anderem in den Kategorien Original-Skript und adaptiertes Drehbuch. Die Preise werden im Rahmen von Feiern in New York und Los Angeles verliehen. .
Die WGA-Trophäen gelten als zuverlässige Oscar-Vorboten.

- INDEPENDENT SPIRIT AWARDS am 23. Februar Einen Tag vor der Oscar-Gala werden in Los Angeles traditionell die Spirit Awards für unabhängige, preiswertere Filme vergeben. Sie sind Hollywoods Alternativauszeichnung für Filmproduktionen, die nicht mehr als 20 Millionen Dollar gekostet haben. Florian Henckel von Donnersmarck hatte im Februar 2007 mit dem Stasi-Drama "Das Leben der Anderen" den Indie-Preis für den besten ausländischen Film geholt, am nächsten Tag gewann er den Oscar.

- RAZZIE AWARDS am 23. Februar Die "Goldenen Himbeeren" sind Schmäh-Preise für die schlechtesten Filme. Sie wurden 1980 von dem Cineasten John Wilson als Gegenstück zur glanzvollen Oscar-Verleihung ins Leben gerufen. Bei der Verleihung am Vorabend der Oscar-Gala lässt sich selten ein Star sehen. Nur wenige Promis, darunter Halle Berry und Sandra Bullock, nahmen die goldbesprühte Plastikfrucht persönlich entgegen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Roter Teppich bei den Critics Choice Awards: Tops und Flops

(csr)