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Dior-Designer Raf Simons bietet Streifzug durch die Modegeschichte

Haute-Couture-Schau in Paris : Dior-Designer Raf Simons reitet durch die Modegeschichte

Versace, Schiaparelli, Dior: Bei der Haute-Couture-Schau in Paris präsentieren die Top-Modehäuser ihre Entwürfe für Herbst/Winter 2014/15.

Ausgerechnet Dior-Fan Jennifer Lawrence kam zur Haute-Couture-Schau von Dior-Designer Raf Simons am Montag in Paris etwas spät. Dafür posierte die Hollywood-Schauspielerin, die auch für das französische Modehaus wirbt, im rückenfreien kurzen Dior-Dress extra noch im Schnelldurchgang für die Fotografen. Das Warten lohnte sich: Simons wagte in seinen Entwürfen der "Hohen Schneiderkunst" für Herbst/Winter 2014/15 einen gekonnten Ritt durch die Modegeschichte und wieder zurück in die Zukunft.

Wadenlange, zart bestickte Seidenjacquard-Kleider in strahlendem Weiß oder sanftem Silber erinnerten mit ihren Reifröcken an die üppigen Tournüren des 18. Jahrhunderts, wirkten aber dank sportlicher Tops modern. Geschmückte Manteljacken im Stil des historischen Justeaucorps ergaben mit dunkelblauen schmalen Hosen und Rollkragenpullovern ein zeitgemäßes Outfit. Und der für Christian Dior (1905-1957) so typische New Look erschien in einer "Light"-Version als zart plissiertes Kleid mit weitem Rock in Pastelltönen.

Surreal und doch irdisch, nostalgisch und dennoch modern: Auch Designer Marco Zanini hatte am Vormittag bei Schiaparelli passgenau mit verschiedenen Elementen gespielt. Es war die zweite Kollektion des Italieners für das von Elsa Schiaparelli (1890-1973) gegründete Modehaus, das zuvor rund 60 Jahre lang in eine Art Dornröschenschlaf gefallen war.

Zanini verordnete der von ihm gewählten Sanduhr-Silhouette der Kleider Tragbarkeit durch fließende Stoffe. Prachtvolle Stickereien mit Perlen und Kristallen setzte er wohldosiert ein, kostbare Felle wirkten an keiner Stelle protzig, und auch bizarre Druckmotive wie Ratten erschienen eher schön als schrecklich.

(dpa)