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Drei Jahre Haft nach Celler Krawallen

Kurden gegen Tschetschenen : Drei Jahre Haft nach Celler Krawallen

Im Lüneburger Prozess wegen Krawallen zwischen jesidischen Kurden und muslimischen Tschetschenen in Celle hat das Landgericht einen 31-Jährigen wegen gefährlicher Körperverletzung und illegalen Waffenbesitzes zu drei Jahren Gefängnis verurteilt.

Bei dem Konflikt sollen Jesiden bärtige Muslime für Salafisten gehalten haben und davon ausgegangen sein, dass diese die Taten der Terrormiliz Islamischer Staat billigten. Angeheizt durch die blutigen Konflikte in Syrien und dem Irak waren in Celle am 6. und 7. Oktober mehrere hundert Kontrahenten aneinandergeraten.

Der angeklagte Deutsche mit kurdischen Wurzeln hatte eingeräumt, dabei einen 52-jährigen Tschetschenen mit einem Teleskopschlagstock attackiert zu haben.

Mit dem Strafmaß ging die Kammer vier Monate über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus. Der Verteidiger hatte auf eine Bewährungsstrafe von höchstens 18 Monaten plädiert und will eine Revision prüfen.

Bereits am Montag hatte das Amtsgericht Celle einen 50-jährigen Jesiden wegen schwerer Körperverletzung zu einer Haftstrafe von 28 Monaten verurteilt. Ein weiterer Mann soll in den kommenden Wochen in Celle vor Gericht kommen.

(dpa)