"Virgin Galactic": Richard Bransons Raumschiff erreicht den Weltraum

Testflug von „Virgin Galactic“ : Richard Bransons Raumschiff erreicht den Weltraum

Mit der „VSS Unity“ will der Milliardär und Abenteurer Branson in nicht allzu ferner Zukunft zahlungskräftige Touristen ins All befördern. Am Donnerstag erreicht sie eine Höhe von 82 Kilometern und landet wieder sicher. 2014 war ein Test noch dramatisch gescheitert.

Der britische Milliardär Richard Branson ist seinem Ziel vom Weltraumtourismus einen guten Schritt näher gekommen. Am Donnerstag erreichte die Raumfähre „VSS Unity“ seines Unternehmens Virgin Galactic bei einem Testflug eine Höhe von 82 Kilometern und damit – nach einer von mehreren Definitionen - den Beginn des Weltraums.

Ein Trägerflugzeug hatte das Raumschiff, das ungefähr so groß ist wie ein Privatjet, zunächst in eine Höhe von 13 Kilometern gebracht und dann freigesetzt. „VSS Unity“, bemannt mit zwei Piloten, zündete daraufhin die Triebwerke und stieg auf. Nachdem sie 82 Kilometer Höhe erreicht hatte, setzte sie wieder zum Sinkflug an und landete bereits wenige Minuten später sicher auf der Landebahn in der Mojave-Wüste in Kalifornien.

„Wir haben es in den Weltraum geschafft“, sagte Enrico Palermo von der Bodenkontrolle. Branson begrüßte die beiden Piloten am Boden und erklärte ebenfalls: „Der Weltraum ist Virgin-Territorium.“

Darüber, wo genau der Weltraum beginnt, gibt es unterschiedliche Lehrmeinungen. Traditionell galt oft die sogenannte Kármán-Linie in 100 Kilometern Höhe als Richtwert. Die US-Luftwaffe zum Beispiel zieht die Grenze aber wie Virgin Galactic bei 80 Kilometern.

Virgin Galactic verfolgt seit mehr als zehn Jahren das Ziel, zahlende Gäste kurzzeitig in den Weltraum zu bringen. Mehr als 600 potenzielle Passagiere haben dafür schon je 250 000 Dollar zugesichert. Bransons Pläne wurden aber von technischen Problemen aufgehalten und erlebten einen empfindlichen Dämpfer, als 2014 das erste experimentelle Raumschiff von Virgin Galactic auseinanderbrach und einer der Piloten ums Leben kam.

(mlat/dpa)