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Thailand: Massenproteste in Bangkok mit Verletzten bei Schießerei

Massenproteste in Thailands Hauptstadt : Verletzte bei Schießerei in Bangkok

Nach Schüssen auf Oppositionelle haben sich die Spannungen in Thailands Hauptstadt Bangkok verschärft. Wie die örtliche Notfall-Zentrale mitteilte, wurden mindestens zwei Menschen in der Nacht zum Mittwoch verletzt. Der Vorfall ereignete sich auf einer Straße, die zu einer Luxusmeile führt, die seit Montag von Gegnern von Regierungschefin Yingluck Shinawatra besetzt wird.

Anwohner Sompong Pongsattha berichtete von rund 30 Gewehrschüssen, die im Laufe von zwei Stunden von einem unbekannten Ort aus auf das Protestlager niedergegangen seien. Zum besagten Zeitpunkt seien jedoch kaum Demonstranten vor Ort gewesen, sagte er weiter. Laut den Behörden erlitt ein Mann eine Schusswunde am Knöchel, eine Frau wurde am Arm verletzt.

Es kam zu weiteren Ausschreitungen: Auf das Haus des ehemaligen Ministerpräsidenten Abhisit Vejjajiva wurde ein Sprengsatz geworfen. Laut Polizei entstand nur Sachschaden, verletzt wurde niemand. Abhisit war zum Zeitpunkt des Angriffs nicht zu Hause. Im Westen Bangkoks hätten etliche Menschen einen Bus angezündet, der von Demonstranten genutzt worden sei, sagte ein Polizeisprecher.

Thailand wird immer wieder von Unruhen erschüttert, seit das Militär 2006 den Bruder Yinglucks, Ex-Ministerpräsident Thaksin, aus dem Amt putschte. Ihm wurde Korruption und mangelnder Respekt vor der Monarchie vorgeworfen. Der Konflikt zwischen den verschiedenen Lagern verschärfte sich im vergangenen Herbst, als die Regierung eine Amnestie durchboxen wollte, die Thaksin eine Rückkehr an die Macht ermöglicht hätte. Zwar scheiterte das Vorhaben, doch die Proteste gegen die Regierung Yinglucks verstärkten sich. Gewaltsame Zusammenstöße kosteten mindestens elf Menschen das Leben, mehr als 450 weitere wurden verletzt.

Die Opposition fordert den Rücktritt von Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra. Zudem soll die Regierung durch einen nicht gewählten "Volksrat" ersetzt werden. Yingluck lehnt das jedoch ab. Sie schlug vor, mit ihren Gegnern über eine Verschiebung des für den 2. Februar geplanten Wahltermins zu diskutieren.

(ap)